Die Hölle. 4. Gesang. |
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| Dante nimmt an, daß er im Zustand der durch die Schrecken der Natur verursachten Betäubung über den Acheron gefahren sei, denn er befindet sich jetzt am andern Ufer, im Begriff in den Höllentrichter hinabzusteigen. Der Construction desselben erinnern wir uns noch aus der Einleitung, und brauchen uns also nur wieder ins Gedächtniß zu rufen, daß die Wanderer, stets nur einen Theil der verschiedenen Kreise, von der Rechten zur Linken durchschreitend, über Felsvorsprünge, die als Treppen dienen, von einer Runde in die andere, gelangen. In der ersten Abtheilung, welche sie jetzt betreten, ist von Sünde und Strafe nicht die Rede, nur von ungestillter Sehnsucht. Hier sind die Ungetauften, theils Kinder, die vor dem Empfang des Sakramentes starben, theils tugendhafte Heiden. Freilich sucht Dante seinen Lieblingen, den griechischen Dichtern und Philosophen, den Ahnherren der Römer einigen Ersatz für die verlorene Himmelswonne zu verschaffen, indem er sie in eine Art irdisches Paradies versetzt. Allein über den Wiesen und Bächen ihres Aufenthalts lagert ein Hauch der Schwermuth, der keine Freude aufkommen läßt. Es ist wie eine schöne Herbstlandschaft, in welcher aber doch die Blätter fallen. Die Wanderer, nachdem sie einen Fluß, dann ein Schloß mit sieben Mauern und sieben Thoren, in welchen die Ausleger allerlei Tugenden und Wissenschaften sehen wollen, durchschritten haben, werden von vier, ihnen entgegenkommenden Dichtern, Homer, Horaz, Ovid und Lucan in den Verein hoher Geister eingeführt. Virgil fühlt sich auch hier wieder ganz als Nachkomme der Trojaner, indem er zumeist die Helden dieses Volkes aufführt. So finden wir den Hector, den Aeneas, die Electra, die Gemahlin des Atlantus, die Mutter des Dardanus, der den Zeus Vater nannte, und als Gründer des trojanischen Reiches verehrt wurde. Auch der Pentesilea gedenkt er, der Amazonenkönigin und Bundesgenossin der Trojaner, welche von Achilles erschlagen wurde. Im Grünen gelagert sehen wir den König Latinus mit seiner Tochter Lavinia, der Gattin des Aeneas, Camilla die tapfere Jungfrau, Brutus Tarquinius, Lucretia, Julius Caesar, Julia seine Tochter, die Gemahlin des Pompejus, Marzia, Cato's Gattin, Cornelia die Mutter der Grachen. Saladin, der Freund Friedrich des II., den auch Lessing in Nathan dem Weisen verherrlicht, sitzt abgesondert von den Andern, wohl wegen seiner Ausnahmestellung als freidenkender Mann und Freund der Wissenschaften im mahomeddanischen Volke. Im Bunde der Weisen des Alterthums nimmt Aristoteles die erste Stelle ein, weil er als das Vorbild der Scholastiker des Mittelalters galt; darum fehlt auch sein Commentator, der Araber Averroes nicht, auf den sich dieselben stets bezogen. Zunächst schließt sich Sokrates und Plato an, dann Dioscorides, der die Welt aus dem zufälligen Zusammenstoß von Atomen entstehen läßt. Diogenes der Cyniker, Anaxagoras, Tales, Empedocles, Heracleitos und Zeno, Weise des Alterthums, Dioscorides, der Botaniker, Euclid und Tolomeus, die Mathematiker, Hyppocrates, Galienus und Avicenna, die Mediciner. Zwischen diesen wandelt Orpheus, der Dichter, wandelt die Schriftsteller Tullius Cicero, Livius und Seneca. Ihr Zustand entspicht demjenigen der frommen Seelen in Virgils Elysium, nur daß ein Schleier der Wehmuth und Sehnsucht, wie zarter Silberduft sich über das ganze Bilde ausbreitet. |
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| 1 | Aus tiefem Schlaf reißt mich ein Donnerschlag, |
| Ich wache auf und schnelle in die Höhe, | |
| Wie der, den mit Gewalt man weckt vor Tag; | |
| 4 | Und mit den ausgeruhten Augen spähe |
| Ich scharf umher, den Ort, den ich betrat, | |
| Genau zu erkunden. Wahrlich ja, ich stehe | |
| 7 | Am Rand des Abgrunds; dies ist in der That |
Das Schmerzensthal, erfüllt von Klagestimmen. |
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So tief gähnt ach die Kluft, der ich genaht, |
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| 10 | Daß sich im Grund, wo Nebelmassen schwimmen, |
Dem Blick, wie er auch forscht, nichts deutlich zeigt. |
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"Laß", spricht der Dichter jetzt, "hinab uns klimmen", |
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| 13 | Und seine Stimme stockt, die Wang' erbleicht, |
"In jene blinde Welt, die lichtlos graue; |
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Der erste werd' ich sein, der niedersteigt, |
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| 16 | Der zweite Du!" Da ich so bleich ihn schaue |
Ruf ich entsetzt: "Wie komm ich je zum Ziel, |
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Wenn Dich, der mich gestärkt, auf den ich baue, |
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| 19 | Die Furcht ergreift?" Und er "nur Mitgefühl |
Um jenes Volk dort unten, malt die Wangen |
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Mit solchem Weiß, nicht Furcht ist hier im Spiel. |
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| 22 | Auf, auf, die Wege spornen uns, die langen, |
Zur Eile an." So treten ein zumal |
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Wir ein den ersten Kreis, von dem umfangen |
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| 25 | Der Abgrund ist. Nicht Weinen hör' im Thal, |
Doch Seufzen ich, daß rings die Luft erzittert, |
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Denn Trauer ist verhängt, doch keine Qual |
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| 28 | Den Schaaren, die hier schweben dunstumwittert, |
Den Männern, Kindern, Frau'n. Der Meister sprach |
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Voll Güte, doch vom Gram um sie erschüttert: |
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| 31 | "Du fragst nicht jenen Geisterschaaren nach? |
Vernimm denn, eh' wir weiter gehn und höre, |
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Daß frei sie sind von Sünde und von Schmach. |
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| 34 | Doch, fehlen auch Verdienste nicht und Ehre, |
Die Taufe fehlt zur einstgen Seeligkeit; |
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Ein Stück von Deinem Glauben ist die Lehre! |
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| 37 | Und die da lebten vor der Christenzeit, |
Sie ehrten Gott nach Würden nicht; zu Jenen |
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Gehör ich selbst, und das ist unser Leid: |
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| 40 | Verharr'n in ewig hoffnungslosem Sehnen. |
Nur dieser Mängel wegen sind verbannt, |
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Durch Sünde nicht, vom Anblick wir des Schönen". |
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| 43 | O, welch ein Schmerz, als ich sein Wort verstand, |
Denn Geister wußt' ich hier nun, tapfre, hehre, |
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Von hohem Werth! und zu Virgil gewandt |
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| 46 | Frug ich, daß sich der letzte Zweifel kläre, |
Ob je durch eigener Verdienste Kraft |
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Ein Geist von hier entfloh zur Himmelssphäre, |
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| 49 | Ob Anderer Verdienst aus dieser Haft |
Die Geister löste; weise ohne Gleichen, |
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Begriff er schnell, was mir den Zweifel schafft', |
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| 52 | Und sprach: "Ein Neuling war in diesen Reichen |
Ich damals noch, als hier voll Glanz und Macht |
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Ein Starker eintrat mit des Sieges Zeichen; |
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| 55 | Den ersten Ahnherrn zog er aus der Nacht, |
Und Abel seinen Sohn: Noah befreite |
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Und Moses er, der das Gesetz gebracht, |
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| 58 | Auch Abraham und David, kühn im Streite, |
Und Israel mit dem Vater und sein Haus. |
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Auch Rahel, um die Jacob lange freite, |
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| 61 | Und viele Andre führte er hinaus. |
Vor diesen kam kein einz'ger Geist zum Heile; |
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Nicht ruhten, während so er sprach wir aus, |
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| 64 | Vielmehr durchschritten wir den Wald in Eile, |
Den Wald von Geistern, mein' ich ohne Zahl. |
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Nicht weit erschien die Straße mir die steile, |
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| 67 | Vom Gipfel bis zur Stelle, wo im Thal, |
Die Nebel theilend, funkelte ein Feuer, |
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Besiegend Dunst und Nacht durch seinen Strahl. |
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| 70 | Von fernher sah, obgleich durch Wolkenschleier, |
Ich schon, daß edles Volk hier webt und wallt. |
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"Sprich Du, dem Kunst und Wissenschaft so theuer, |
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| 73 | "Wer sind, die von der Menge durch Gestalt |
Und Art sich scheiden, feierlich erhaben?" |
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Und er: "Ihr Ruhm, der droben wiederhallt |
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| 76 | Im Leben, wo durch Tugend und durch Gaben |
Sie einst geglänzt, macht sie dem Himmel werth, |
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So daß vor Vielen sie den Vorrang haben." |
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| 79 | Im Thal ward jetzt ein lauter Ruf gehört: |
"Den Dichter heißt willkommen, der entschwebte, |
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Sein großer Schatten ist zurückgekehrt!" |
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| 82 | Die Stimme schwieg; da sah vier lichtumwebte |
Gestalten ich dem theuren Meister nahn. |
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Den stillen Blick nicht Lust, nicht Schmerz belebte; |
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Er aber sprach: "Den mit dem Schwert schau' an |
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| 85 | Der wie ihr Herr dahergeht vor den Dreien! |
Das ist Homer, mit Hoheit angethan, |
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Der Dichter König; und an diesen reihen |
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| 88 | Horaz Satitiker, Ovid verbannt, |
Und dort Lucan als letzter sich. Sie weihen |
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Mir Ehre, und thun Recht, denn sieh, ein Band, |
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| 91 | Ein Name eint uns, jener mit dem eben |
Zum Willkommgruß die Stimme mich genannt." |
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So sah ich denn vereint, wie einst im Leben |
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| 94 | Die Dichtkunstschule, deren Sänger weit |
Wie Adler über alle sich erheben. |
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Als sie geredet eine kleine Zeit, |
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| 97 | Beglückten sie auch mich durch ein Willkommen, |
So hold, daß sich der Meister lächelnd freut, |
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Ja noch durch höh're Gunst, da aufgenommen |
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| 100 | Als sechster ich im Bund der Dichter ward. |
So wallten wir zum Lichte hellentglommen, |
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Von Dingen redend wunderbarer Art, |
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| 103 | Die gut jetzt zu verschweigen, wie zur Stunde |
Sie zu besprechen gut war. So geschaart |
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Erreichten einen Hügel wir im Grunde |
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| 106 | Von einem Fluß umströmt. Dort oben stand |
Ein Schloß mit sieben Mauern in der Runde. |
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Den Fluß durchschritten wir wie trocknes Land. |
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| 109 | Durch sieben Thüren, die als Eingang dienen, |
Kam ich an einer grünen Wiese Rand, |
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Da sah ich Wesen, Hoheit in den Mienen, |
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| 112 | Die Augen ernst und still, die Stimmen mild, |
Die mir zum Reden selten willig schienen. |
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Um ganz zu überschaun das reiche Bild |
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| 115 | Bestiegen ein Gelände wir mitsammen, |
Wo weiches Gras dem Fuß entgegenschwillt. |
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Wie fühlte da mein ganzes Herz ich flammen, |
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| 118 | Als mir die Weisen, Namen inhaltschwer |
Der Schatten nannten, und woher sie stammen. |
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Electra kam mit der Gefährten Heer, |
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| 121 | Bei dem auch Hector, auch Aeneas waren, |
Mit Sperberblicken Cäsar, ganz in Wehr; |
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Pentesilea schaut' ich kampferfahren, |
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| 124 | Lavinia mit dem Vater stolz und kühn, |
Camilla und Lucretia bei den Schaaren, |
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Auch Brutus, der vertrieben den Tarquin, |
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| 127 | Cornelia, Julia, Marzia, hoch zu preisen; |
Ganz abgesondert saß der Saladin. |
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Den Blick erhebend sah ich ruhn den Weisen, |
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| 130 | Der aller Wissenden stets Meister war |
In seiner Phylosophenschule Kreisen. |
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Ihm huld'gen Alle, bringen Ehr' ihm dar, |
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| 133 | Dort sah zunächst ich Socrates, den alten, |
Und Plato ihm, auch Orpheus wunderbar, |
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Diogenes, und der durch Zufalls Walten |
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| 136 | Die Welt entstanden wähnt, den Democrit. |
Empedocles und Heracleits Gestalten |
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Auch Anaxagoras, Dioscorid |
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| 139 | Den Sammler, Zeno, Tales stammverwandte, |
Den Tullius, Livius, Seneca, Euclid, |
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Auch Tolomeus, den mit Ruhm man nannte, |
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| 141 | Den Avicenna, Hyppocrat, Galien, |
Und der durch seinen Commentar bekannte |
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Den weisen Averrois hab' ich gesehn. |
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| 144 | Nicht Aller denk ich, denn mich treibt und hindert |
Des Stoffes Fülle. Bald im Weitergehn |
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Wird unsere Schaar von sechs auf zwei vermindert. |
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| 147 | Auf neuem Pfad führt aus der Stille nun |
Virgil mich hin, wo nichts das Dunkel lindert |
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| Und nie die sturmgepeitschten Lüfte ruhn. 11.01.2007 | |