Die Hölle. 10. Gesang.
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| Im 10. Gesang finden wir die Irrlehrer und ihre Anhänger von den Zeiten des Epicur an. Der hochsinnige Farinata degli Uberti, von dem wir schon in der Vorrede und im 6. Gesange hörten, tritt hier als Hauptperson auf. Nach Friedrich II. Tod wurde Farinata, das Haupt der Ghibellinen, verbannt. Er wandte sich dann mit vielen Parteigenossen nach Siena, und zog mit Hülfe der Bürger dieser Stadt und unterstützt von König Manfred, welcher ihm unter dem Grafen Jordanus 800 Reiter schickte, vor das guelphische, mit Florenz verbündete Montalcino. Farinata und seinem Anhang lag es vor Allem daran, daß es zu einer Schlacht käme. Sie sandten daher zwei Minoriten nach Florenz mir verschlossenen Briefen von der Sienenser Obrigkeit, die sie, wie sie sagten, nur Wenigen eröffnen dürften. Der Inhalt war, daß in Siena viel Unzufriedenheit herrsche, und man den Florentinern, wenn sie nahten, das St. Veits-Thor öffnen würde. Im Vertrauen darauf zogen die Florentiner aus und es kam an der Arbia bei Montaperti zur Schlacht. Nach einem großen Siege der Ghibellinen wurde auf einer Versammlung der Vorschlag gemacht, die schöne Arnostadt ganz vom Erdboden zu vertilgen. Da aber stand Farinata auf und sprach: "Dächte auch kein Einziger wie ich, so würde ich Florenz mit dem Schwert in der Hand vertheidigen bis zum Tode". Der großherzige Mann soll trotz seiner edlen Gesinnung der Meinung gewesen sein, es ende Alles mit diesem Leben. Bei dem Zwiegespräch muß man sich erinnern, daß Dante's Vorfahren Guelphen waren, und er als Jüngling in ihrer Reihen focht. Der zweite Schatten, welcher hier erscheint, ist Cavalcante, der Welfe, der Vater Guido's, eines Schriftstellers, der sich den Virgil zum Vorbild genommen hatte, Dante's Freund und Schwiegersohn des Farinata. Außer diesen läßt Dante noch (44) Friedrich den II. Kaiser von Deutschland und König von Sicilien und Apulien in diesem Kreise leiden. Man beschuldigte ihn der Ketzerei, und wirklich paßte er mit seinen Anschauungen mehr in unsere Zeit als in die seine. Da er nicht allein ein großer Staatsmann und Feldherr, ein Dichter und Musiker war, sondern auch ein guter Naturforscher, so machte er manche Entdeckungen, welche nicht zu den altüberlieferten Anschauungen paßten. Eben diese Forschungen, bei denen er Hunde tödten und seciren ließ, wurden ihm zum großen Vorwurf gemacht. Mit ihm ist der Cardinal Ubaldini. Obgleich äußerlich zur päpstlichen Partei gehörend, stand er im Verdachte, im Stillen Ghibelline gewesen zu sein. Er soll ausgerufen haben: "Wenn es eine Seele giebt, so habe ich sie für die Ghibellinen verloren". Bei den Prophezeiungen, die Farinata über die Vaterstadt und im Hinblick auf Dante's künftige Verbannung macht, ergiebt sich aus Hin- und Widerrede, daß die Seelen sich der Vergangenheit erinnern, auch in die Zukunft schauen, doch undeutlich wie ein Kurzsichtiger, von der Gegenwart aber nur das wissen, was Neuangekommene berichten. Wenn also am jüngsten Tage das Ende der Zeiten da ist, wird ihnen nur die Erinnerung bleiben. Als Dante über diesen Punkt von Virgil weitere Aufschlüsse verlangt, verweist ihn dieser an Beatrice. Wenn hier der Zeitgöttin dieses Reiches gedacht wird, so soll Hecate die Mondgöttin darunter verstanden werden, die wohl mit Proserpina, der Gemahlin Plutos, zusammenfällt. Virgil, der früher als "Wissensmeer" angeredet wurde, wird es hier als "höchste Tugend". | |
| 1 | Den Pfad betrat der Meister, den geheimen, |
| Der zwischen Wäll'n und Grüften hin sich zieht, | |
| Und ich folgt' auf dem Fuß ihm ohne Säumen. | |
| 4 | "O höchste Tugend, die mich, treu bemüht, |
| Durch Kreise hat geführt voll Schuld und Zähren", | |
| So hob ich an, "wer sind, die hier durchglüht | |
| 7 | Im Grabe liegen, sprich und laß mich hören! |
Darf ich sie schaun, da unbewacht der Pfad, |
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Und offen stehen die Deckel all, die schweren?" |
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| 17 | "Wenn einst zurück sein wird vom Josophat |
Ein Jeder mit dem Leib und den Gebeinen, |
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Die er auf Erden noch gelassen hat, |
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| 13 | Dann wird dies Volk verschlossen in den Schreinen." |
So sprach Virgil. "Sieh hier liegt Epicur |
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Mit seinen Jüngern, die es kühn verneinen, |
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| 16 | Daß Leib und Geist verschieden von Natur, |
Die beide sterben lassen und verwesen. |
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Die Fragen will, die du gethan nicht nur, |
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| 19 | Nein auch noch thuen wirst, ich gerne lösen." |
Und ich: "Da viele Worte dir zur Last, |
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Sei kurz mein Dank für dich, du gütig Wesen." |
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| 22 | ""Toskaner, der so hohen Muth du hast |
Zu gehn ein Lebender auf Flammenpfaden, |
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Du, der so hold du sprachst, o halt hier Rast! |
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| 25 | Der Rede Art verrieth, was für Gestaden |
Entstammt du bist, welch edlem Vaterland, |
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Dem ich vielleicht gelebt zu großem Schaden."" |
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| 28 | So plötzlich drang aus einer Arche Wand |
Der Ton, daß er mich außer Fassung brachte, |
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Ich duckte hinter Jenen mich gewandt |
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| 31 | Der sprach: "Was thust du, dreh dich um, betrachte |
Den Farinata! er erhob sich just, |
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Du siehst vom Haupt ihn bis zum Gurt im Schachte." |
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| 34 | Ich starrte hin, da stand er selbstbewußt, |
Als achte er für nichts die ganze Hölle, |
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Die Stirne hoch, von Stolz geschwellt die Brust. |
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| 37 | Rasch stieß vorbei an manchen Grabes Schwelle |
Der Meister mich auf jenen Schatten zu, |
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Und mahnt: "Nun sprich, doch kurz und klar und helle." |
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| 40 | Der Florentiner blickt voll stolzer Ruh' |
Mich flüchtig an und frägt im Ton, dem rauhen: |
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"Sag an, von welchen Ahnen stammst denn du?" |
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| 43 | Und ich gehorsam gern, bezwang mein Grauen |
Und gab ihm Auskunft über mein Geschlecht. |
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Da lüftete ein wenig er die Brauen, |
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| 46 | Und rief: "Stets gegen uns war's im Gefecht, |
Den Vätern feind und der Partei der Meinen. |
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Darum verjagt ich's zweimal auch mit Recht." |
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| 49 | ""Verjagtest du's und machtest Viele weinen, |
So kam's doch schneller heim, als Andre fliehn, |
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Und diese Kunst erlernten nicht die Deinen."" |
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| 52 | So sprach ich, als ein zweiter Geist erschien, |
Nur bis zum Kinn aus diesem Grabe ragend; |
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Ich glaube, er erhob sich auf den Knie'n; |
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| 55 | Der drehte hin und her den Kopf wie fragend, |
Als such' er wen, der mir im Rücken blieb, |
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Doch als er sich getäuscht sah, rief er klagend: |
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| 58 | "Kommst du aus Großmuth, kommst aus eignem Trieb, |
Dann sprich, wo ist mein Sohn, nach dem ich spähte, |
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Warum kam nicht mit dir, der mir so lieb?" |
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| 61 | "Nicht willig komm' ich und durch so viel Nöthe |
Hilft nur mein Führer dort, mit starker Hand, |
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Er, den auf Erden Guido nicht verschmähte." |
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| 64 | An seiner Sprache hatt' ich ihn erkannt |
Und an der Strafe Art; und Antwort geben |
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Konnt' ich deßhalb dem Geist, der hier gebannt. |
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| 67 | Doch plötzlich sprang er auf und rief mit Beben: |
"Verschmähte einst auf Erden? strahlt ihm heut |
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Das süße Licht nicht mehr, schwand hin sein Leben?" |
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| 70 | Und als ich zauderte mit dem Bescheid |
Nur einen Augenblick, sank wie vernichtet |
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Zurück ins Grab er, stumm in Ewigkeit. |
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| 73 | Doch, der zuerst an mich das Wort gerichtet, |
Dreht' nicht den Kopf, noch regte sich ein Zug |
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Im Antlitz; drohend stand er aufgerichtet: |
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| 76 | "Erlernten sie die Kunst nicht schnell genug, |
Dann schmerzt", so nahm er auf der Rede Faden, |
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"Mehr als dies Bett mich ihres Bannes Fluch! |
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| 79 | Du aber lernst die Kunst noch, schmerzbeladen, |
Eh' fünfzigmal das Antlitz sich erhellt |
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Der Kön'gin dieses Reichs auf Aetherpfaden. |
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| 82 | Doch hoffst du Rückkehr noch zur schönen Welt, |
So sprich, warum dein Volk den Meinen allen |
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Ihr Recht, trotz der Gesetze, vorenthält?" |
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| 85 | Und ich: "Das Blut der Bürger, die gefallen, |
Das roth die Arbia färbt, ist Schuld! Drum mag |
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So feindlich pred'gen man in Tempelhallen." |
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| 88 | Da schüttelt er das Haupt: "Zum großen Schlag |
Bin ich nicht ohne Grund ins Feld geritten, |
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Auch war ich nicht allein an jenem Tag, |
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| 91 | Doch da war ich allein, als Alle litten, |
Daß die Zerstörung man beschloß der Stadt; |
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Mit offnem Helm hab' ich für sie gestritten!" |
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| 94 | "Wünschst Ruhe du für dein Geschlecht", so bat |
Den Florentiner ich, "dann lös' die Schlinge, |
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In der mein Urtheil sich gefangen hat. |
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| 97 | Ihr seht voraus die Zukunft, doch geringe, |
Wie kommts? scheint Eure Kenntniß unsrer Zeit?" |
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"Ja, wir erblicken die zukünftgen Dinge, |
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| 100 | Und schauen, was entlegen ist und weit, |
Doch dunkel nur, wie der, der fast erblindet, |
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Da so viel Sehkraft noch uns Gott verleiht; |
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| 103 | Doch nah'n die Dinge, sind sie da, dann schwindet |
Auch diese, und vom Menschenloose nur |
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Erfahren wir was uns ein Andrer kündet. |
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| 106 | Erlöschen muß des Lichtes letzte Spur. |
Wenn sich der Zukunft Thor am jüngsten Tage |
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Für immer schließt." Als Solches ich erfuhr |
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| 109 | Ward ich von Reu erfaßt und bat: "Dann sage |
Dem Geist, der niederfiel: noch lebt sein Sohn; |
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Verstummt bin ich ja nur bei seiner Frage, |
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| 112 | Weil nachgesonnen ich dem Wahne schon, |
Den eben du gelöst." Jetzt rief der Weise |
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Vom Grab mich ab, um das die Flammen loh'n. |
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| 115 | Doch ich fleht mehr den Geist noch an: "Erweise |
Die Liebe mir, und thue rasch mir kund, |
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Wer hier noch liegt?" Und er: "In diesem Kreise |
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| 118 | Sind mehr als tausend; dorthin deckt der Grund |
Den zweiten Friedrich mit dem Cardinale; |
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Genug, von allen Andern schweigt mein Mund." |
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| 121 | Jetzt barg im Grab der Schatten sich, der fahle, |
Und ich, erwägend was er prophezeit, |
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Trat wieder auf die Straße, auf die schmale, |
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| 124 | Zum Dichter hin. "Du bist verwirrt, zerstreut", |
Frug er im Weitergehn, "du scheinst beklommen?" |
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Und ich war zur Erklärung gleich bereit. |
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| 127 | "Behalt im Sinn, was Schlimmes du vernommen |
Und merk auf dies", hier hob den Finger er, |
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"Wenn vor den Augen stehn du wirst, den frommen, |
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| 130 | Die Alles klar durchschaun, ein Strahlenmeer, |
Dann werden sie die Zukunft dir erhellen; |
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Dein Lebenslauf bleibt dann verhüllt nicht mehr." |
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| 133 | Jetzt bogen ab nach links von jenen Wällen |
Zur Mitte wir, wo sich der Fußpfad neigt |
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Ins Thal hinab, dem Dünste rings entquellen, |
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| 136 | Aus dessen Tiefe gift'ger Pesthauch steigt. 14.09. 2006 |