Die Hölle. 13. Gesang.
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| Wenn wir in den beiden vorigen Gesängen diejenigen, welche Gewalt gegen ihre Nebenmenschen ausübten, gestraft sehen, so hier diejenigen, welche sie an sich selbst gebraucht haben, d. h. die Selbstmörder. Der Wald, in dessen Bäumen und Gesträuchen diese Seelen wohnen, wird mit den berüchtigten Maremmen zwischen Corneto im Kirchenstaat und dem Fluß Cecino südlich von Livorno verglichen, wo es viele Wildschweine und Schlangen giebt. Die Harpyen, scheußliche Geschöpfe, halb Weib halb Vogel, bewachen diese Wildniß, sie, die einst den Trojanern bei ihrer Irrfahrt auf den Inseln der Strophaden die kurze Ruhe vergällten. Redend wird in diesem Gesang Peter von Vinea Friedrich's II. Kanzler, der die Schlüssel zum Herzen seines Herrn hatte, eingeführt. Matheus Paris, der Geschichtsschreiber erzählt, daß Peter, von Papst Innocenz gewonnen, den Kaiser habe vergiften wollen. Durch Freunde gewarnt, soll Friedrich dem arabischen Arzt, welcher ihm den Trank reichte, befohlen haben, die Hälfte desselben selbst einzunehmen. Da (57) stolperte der Ungläubige, verschüttete den Becher und die Unthat war erwiesen. Indem Peter klagt, die Schmeichelei, welche am Hof der Könige wohnt, habe seinen August, d. h. Kaiser Friedrich, von ihm abwendig gemacht, betheuert er seine, ohnehin von den meisten Geschichtsbüchern anerkannte Unschuld. Nicht als Giftmischer also, sondern als Selbstmörder ist er hier, indem er sich aus Verzweiflung im Kerker umbrachte, Andere sagen aus dem Fenster stürzte, Andere, den Kopf an einer Mauer einrannte. Außer dem Kanzler sehen wir noch drei Selbstmörder, Lano aus Siena, welcher in dem berüchtigten Schwelgerbund dieser Stadt sein Vermögen verbrachte und aus Verzweiflung darüber im Gefecht bei Toppo den Tod suchte und fand, weßhalb hier allegorisch von einem Waffenspiel die Rede ist, Jacob v. St. Andrea, den Verschwender, der auf einer Lustfahrt die Brenta hinab, während die Andern musicirten, Goldstück nach Goldstück in's Wasser warf, ja, der sein eigenes Landhaus, um einem vornehmen Gast ein Schauspiel zu geben, in Brand steckte, und Rucco de Mozzi, welcher in der Noth um Geld ein falsches Urtheil sprach und sich nachher aus Scham und Verzweiflung entleibte. Unter der Stadt die genannt wird, ist wieder Florenz gemeint, das in der Heidenzeit dem Mars, später dem h. Johannes dem Täufer geweiht war. Die Reiterstatue des Gottes soll in einem Tempel gestanden haben, auf der Stelle, wo jetzt das berühmte Baptisterium erbaut ist. Da die Sage ging, Florenz würde nicht länger dauern als dies Bild, so zerschlug man es nicht, wie andere heidnische Statuen, sondern stellte es auf einem Thore auf. Attila zerstörte die Stadt und warf das Bild in den Arno, aber Carl der Große ließ es wieder herausziehen und nun wurde es auf dem ponte vecchio aufgestellt. Boccaccio erzählt, daß wenn die Knaben mit Steinen danach warfen, man sie warnte, sie würden zur Strafe ein übles Ende nehmen, und dies soll immer eingetroffen sein. | |
| 1 | Noch kam am andern Strand nicht Nessus an, |
| Als in den Wald wir traten, in den dichten, | |
| Durch den kein Pfad sich wand. Die Bäume sah'n | |
| 4 | Nicht grün, nein schwärzlich aus, glatt schien mit nichten |
| Mir das Geäst, nein, wild, gedreht und rauh, | |
| Nicht fehlt's an Dornen hier, doch wohl an Früchten. | |
| 7 | Kaum dunkelt so verwachsen, altersgrau |
Der Forst, in dem die Thiere sich verstecken, |
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Die flieh'n Corneto und Cecina's Au. |
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| 10 | Hier bau'n ihr Nest Harpy'n, die Troja's Recken |
Vergellt auf den Strophaden jede Rast, |
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Und sie verjagt, verkündend Angst und Schrecken. |
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| 13 | Ihr Kopf und Hals erschien mir menschlich fast, |
Sie haben große Flügel, spitze Krallen, |
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Gefiedert ist der Leib; so läßt vom Ast |
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| 16 | Sein wüst Gekrächz der Vogelschwarm erschallen. |
Der Meister sprach: "Eh' du noch weiter gehst, |
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Erfahr' erst, daß im zweiten Kreis wir wallen, |
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| 19 | Und wallen werden bis dem Forst zunächst |
Wir eine Wüstenei durchstreift. Erklären |
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Kann ich dir nicht, was hier du nicht verstehst, |
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| 22 | Der Augenschein wird dich allein belehren." |
Von allen Seiten hört ich ein Gestöhn, |
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Doch sah ich Niemand in dem Wald, dem leeren. |
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| 25 | Virgil, der glaubt', ich glaubte, dies Getön |
Geh' aus von Leuten, die versteckt hier ständen, |
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Im Schatten unsren Blicken zu entgehn, |
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| 28 | Hob an: "Pflück einen Zweig mit deinen Händen |
Von diesen Pflanzen, seltsam, wunderlich, |
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Dann wird dein Wahn mit einem Schlage enden. |
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| 31 | So trat zu einem großen Faulbaum ich, |
Und pflückte einen laubig dunklen Sprossen; |
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Da rief der Stumpf: "Warum zerreißt du mich?" |
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| 34 | Als aus dem Spalt sich rother Saft ergossen, |
Klagt er aufs Neu': "Wie hast du mich zerfetzt! |
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Ist denn dein Herz dem Mitleid ganz verschlossen? |
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| 37 | Wir waren Menschen und sind Reiser jetzt, |
Doch wären Schlangenseelen in den Büschen, |
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Auch dann sollt' deine Hand, die so verletzt, |
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| 40 | Barmherz'ger sein." Wie aus dem Holz, dem frischen, |
Das brennt an einem Ende, rasch entströmt |
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Die Luft am andern, mit Gepfeif und Zischen, |
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| 43 | So schwirrten Worte, die mich tief beschämt, |
Zugleich mit Thränen, aus des Stammes Höhle. |
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Da ließ den Zweig ich fall'n, vor Schreck gelähmt. |
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| 46 | "Wär's möglich", rief Virgil: "gekränkte Seele, |
Daß dieser, ohne sichtbaren Beweis, |
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Mir glauben könnt' was ich von Euch erzähle, |
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| 49 | Dann hätt' ich nie beredet ihn, dies Reis |
Vom Baum zu brechen. Nur aus diesem Grunde |
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Erging an ihn mein frevelhaft Geheiß. |
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| 52 | Doch sag' ihm, wer du warst, daß er die Kunde |
Von dir auf Erden, und dein Bild erneut, |
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Und so Ersatz dir leiste für die Wunde." |
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| 55 | Da rief der Stamm: "Du linderst sanft mein Leid, |
Du lockst so hold, ich kann nicht länger schweigen; |
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Euch sei's zur Last nicht, red' ich ein'ge Zeit! |
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| 58 | Ich bin's, dem beide Schlüssel waren eigen |
Zu Friedrichs Herz, das auf und zu ich schloß, |
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Und zu entfernen wußt' ich jeden Zeugen, |
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| 61 | Daß Keiner sein Vertrauen sonst genoß; |
Ja ich verlor mein Leben vor den Jahren, |
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Weil in dem Amt mein Eifer war zu groß. |
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| 64 | Die Schmeichelei, die nicht von der Cäsaren |
Erhabnem Haus je wich, das Laster, ach, |
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Der Welt, der Höfe Liebling, listerfahren |
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| 67 | Entflammte Alle wider mich, o Schmach! |
Augustus ward entflammt von den Entflammten, |
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So daß mein Glück mit Eins zusammenbrach, |
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| 70 | Flieh'n wollt' ich die Verfolger, die gesammten, |
Die Schande flieh'n im Tod, und Unrecht that |
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Mir, dem Gerechten, ich. Am angestammten, |
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| 73 | Am würd'gen Herrn übt nimmer ich Verrath; |
Bei dieses Baumes Wurzeln laßt mich's schwören, |
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Treu war dem Kaiser ich und treu dem Staat; |
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| 76 | Bringt, solltet Ihr ins Leben wiederkehren, |
Mein arm Gedächtniß, das zum Opfer fiel |
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| Der Buhl'rin Mißgunst, bringt's aufs Neu zu Ehren." | |
| 79 | Die Stimme schwieg; da sprach zu mir Virgil |
Nach ein'gem Zögern: "Nutz' jetzt die Sekunden, |
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Befrag' den Geist, gebannt in Laub und Stiel." |
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| 82 | Und ich: "O frag ihn selbst, o woll' erkunden, |
Das was mir frommt, was du mir nützlich weißt, |
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Denn Mitleid hat die Zunge mir gebunden." |
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| 85 | Da hob er wieder an: "Gefangner Geist, |
Soll deinen Auftrag dieser Mann vollbringen, |
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So klär' noch auf, was dunkel bleibt zumeist, |
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| 88 | Wie Seel und Baum sich einen und durchdringen, |
Das Glied zum Ast wird und das Blut zum Saft, |
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Ob frei ein Geist je wird von diesen Schlingen?" |
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| 91 | Da zischt' und pfiff es heftig aus dem Schaft, |
Und dieser Wind ward nach und nach zur Stimme, |
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Die rauschend sprach: "Was Euch so räthselhaft |
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| 94 | Sei kurz erklärt. Wenn sich der Geist im Grimme |
Losriß vom Leib und frei ward durch Gewalt, |
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Schickt ihn zum sieb'ten Kreis, Minos, der schlimme. |
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| 97 | Da stürzt der Geist hinab in diesen Wald, |
Gleichviel wohin, der Zufall schleudert Jenen, |
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Dort keimt als Spelz, als Kraut, als Baum er bald, |
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| 100 | An dem Harpy'n sich mästen. Mit den Zähnen |
Schafft dies Gezücht ihm Leid, und für dies Leid |
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Zugleich ein Thor, wo's ausströmt ach in Thränen. |
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| 103 | Zurück einst holen wir auch unser Kleid |
Am jüngsten Tag, doch nicht um's anzuziehen. |
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Denn Unrecht wär's, würd das, was man zur Zeit |
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| 106 | Sich selbst geraubt, zum zweitenmal verliehen. |
Den eignen Leib schleift jeder Geist zum Wald, |
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Und an dem Baum, dem Keiner kann entfliehen |
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| 109 | Hängt auf er seine klägliche Gestalt." |
Noch standen lauschend wir dem Stamm zur Seite, |
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Als hinter uns ein wild Geräusch erschallt, |
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| 112 | Wie wenn im Forst der Jäger stürmt nach Beute, |
Der Eber schäumt, das Wild erschreckt und scheu, |
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Die Zweige knickend, ausreißt vor der Meute. |
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| 115 | Mit solchem Lärm fliehn, nackt, zerkratzt jetzt Zwei |
Entgegen uns, daß Aeste brechend stieben; |
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Der Erste rief: "Komm Tod, herbei, herbei.!" |
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| 118 | Der andre, der im Lauf zurückgeblieben: |
"O Lano, nicht so schnell liefst du, du Thor, |
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Als wir bei Toppo Waffenspiele trieben!" |
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| 121 | Da, weil vielleicht den Athem er verlor, |
Hielt er im Lauf vor einem Busch im Haine, |
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Schlüpft rasch hinein und kam nicht mehr hervor. |
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| 124 | Und hinter diesem sah im Dämmerscheine |
Ich schwarze Hunde wimmeln, langgestreckt, |
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So wild wie'n Windspiel, das zerriß die Leine. |
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| 127 | Sie wittern aus, wo jener sich versteckt, |
Zerr'n ihn hervor, zerfleischen ihn mit Bissen |
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Und schleifen fort die Glieder schaumbedeckt. |
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| 130 | Zum Strauche führt indeß, der ganz zerrissen, |
Der Meister mich; da wo der Schaft zerschlitzt, |
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Tropft blut'ger Thau hervor in reichen Güssen. |
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| 133 | Ein Ruf tönt aus dem Spalt: Was hat's genützt |
Jacob von Sanct Andrea dir, daß eben |
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Zum Schild du mich gemacht, der doch nicht schützt? |
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| 136 | Bin Schuld denn ich an deinem Lasterleben? |
Da frug Virgil: "Wer bist du, Geist im Laub, |
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Du Stamm, an dessen Rinde Thränen kleben?" |
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| 139 | Und er: "O Seelen, die ihr kamt, den Raub |
Hier anzuschau'n, verübt an meiner Krone, |
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O sammelt meine Blätter auf im Staub! |
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| 142 | Der Stadt, die wechselte die Schutzpatrone |
Und statt des Mars Johann den Täufer ehrt, |
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Bin ich entstammt, der Stadt, die nun zum Lohne |
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| 145 | Durch seine Kunst der Kriegsgott arg verhehrt; |
Ja blieb am Arno nicht von ihm ein Zeichen, |
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So hätte er's den Bürgern wohl verwehrt, |
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| 148 | Sie neu zu bauen über Schutt und Leichen, |
Nachdem sie Attila verbrannt. Doch ach |
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| Ich selbst, um ird'schem Elend auszuweichen, | |
| 151 | Macht mir zum Galgen meines Hauses Dach." 14.09. 2006 |