Die Hölle. 14. Gesang.
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| Im Beginn des 14. Gesanges weist der Dichter noch einmal auf den Schmerzenswald hin, indem er dem zerrissenen Baum seine Blätter wiedergiebt. Wir treten nun in den Kreis der Lästerer ein, derjenigen, welche die Gottheit schmähen. Er besteht aus einer glühenden Sandwüste, ähnlich der lybischen, durch welche Cato die Reste des pompejanischen Heeres dem König Juba, dem Bundesgenossen der Römer zuführte, ähnlich der indischen, welche Alexander der Große durchzog. Als größten Lästerer finden wir hier Capaneus, einen der Sieben, welche Theben belagerten. (62) Als er die Mauern der Stadt erstieg, schmähte er ihre Schutzgötter und zuletzt den Zeus selbst. Dies ist hier als Auflehnung gegen die göttliche Autorität im Allgemeinen aufgefaßt. Zeus zerschmetterte ihn mit dem ihm von Vulcan in der Werkstatt des Aetna geschmiedeten Donnerkeil. Noch in der Unterwelt verspottet Capaneus den Zeus, um des Hülfegeschreies willen, mit dem dieser den Vulcan in der Schlacht gegen die Giganten der Phlegra anrief. Die Wanderer kommen an den Phlegeton, welchen Dante mit dem Schwefelquell bei Viterbo vergleicht. Seine Wißbegier, welche Virgil noch durch dunkle Winke gereizt hat, und die hier, wie oft, mit dem Hunger verglichen wird, befriedigt der Weise in folgender Art: Die drei Ströme Acheron, Styx und der hier fließende Phlegeton, der brennende, quellen aus einem Bilde der Zeit hervor, welches in einer Höhle auf Creta steht, derselben, in welcher Rhea ihren Sohn Zeus vor Cronos seinem Vater, der personifizirten Zeit verbarg. Man muß hier im Auge behalten, daß "Zeit" ein männliches Wort im Italienischen ist. So kann sie als ein Greis dargestellt werden, der Damiette, also dem abgelebten Orient den Rücken kehrt, um das Antlitz der Stadt der Gegenwart und Zukunft, dem großen Rom zuzuwenden. Der Orient hat sich überlebt, von Rom aber geht die Zukunft aus. Das Haupt des Greises ist Gold, Hände und Brust sind Silber, der Leib ist Kupfer, die Beine Eisen, nur der rechte Fuß, der am höchsten steht, ist Thon. Die verschiedenen Metalle bedeuten die verschiedenen Zeitalter, der thönerne Fuß die Gegenwart, die am schlechtesten sein soll. Jedem Metall entspringt ein Schmerzensquell, nur dem Golde nicht, welches das seelige Zeitalter der Unschuld bedeutet. Diese Bäche sind Acheron, Styx und Phlegeton, der brennende Fluß. In der Tiefe bilden sie den Sumpf Cocytus. Bei Dante's Frage nach dem Lethe weist Virgil aufs Purgatorium hin. |
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| 1 | Der Vaterstadt zu Lieb' beugt' ich mich nieder, |
| Die Blätter sammelnd, rings am Grund verstreut, | |
| 4 | Und gab sie dem, der schon verstummte wieder; |
| Dann in den dritten Kreis, der minder weit, | |
| Trat ich vom zweiten, wo ich sah, wie Rache | |
| 7 | Mit grauser Kunst hier nimmt Gerechtigkeit. |
| Damit ich all' das Neue klar Euch mache, | |
Sag' ich, daß wir gelangt an wüstes Land, |
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| 10 | Das keine Pflanzen nährt. Das Feld, das flache, |
Umkränzt der Scherzenswald von Rand zu Rand, |
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Grad' wie ihn selbst die Fluthen rings umgeben. |
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| 13 | Hier hemmten wir den Schritt, denn heiß entbrannt 63 |
Lag jetzt ein Sandmeer vor uns, dürr und eben, |
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Der Wüste gleich, die Cato's Fuß betrat. |
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| 16 | O, Rache Gottes, wie muß vor dir beben |
Der liest, was meinem Aug' so wehe that! |
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Schon hatten Seelen sich in langen Zügen, |
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| 19 | Die nackt und elend klagten, uns genaht. |
Verschied'ner Satzung schien zu unterliegen |
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Ein Jeder hier, denn den sah ich gekrümmt |
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| 22 | Am Boden kau'rn, den auf dem Rücken liegen, |
Det stürmte hin und her, vor Schmerz ergrimmt. |
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Die größte Zahl eilt fort in raschem Sprunge, |
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| 25 | Die klein're nur hält still im Sand, der glimmt; |
Doch ist zur Klage mehr gelöst die Zunge |
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Den Letztern, die verkünden laut ihr Weh. |
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| 28 | Auf alle aber senken sich im Schwunge, |
Wie breite Garben, Flammen aus der Höh; |
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So, wenn es windstill ist, fällt ohne Stocken |
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| 31 | Wie diese, auf den Alpen wohl der Schnee, |
So stäubten einst in Indien Feuerflocken |
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Auf Alexander's Heer vom Himmelszelt, |
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| 34 | Und brannten fort am Boden, dürr und trocken, |
Bis daß durch seine Krieger rings der Held |
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Den Grund zerstampfen ließ; so von den Bränden |
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| 37 | Ward einzeln jeder rasch gelöscht im Feld. |
Es dampft der ganze Kreis an allen Enden, |
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Wie Schwamm, entfacht vom Feuersteine, thut. |
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| 40 | Dem Brand wehrt Jeder, fechtend mit den Händen, |
Und schüttelt ab die frisch gefall'ne Gluth, |
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Die doppelt schmerzt. Da hob ich an: "O Meister, |
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| 43 | Der Alles du durch Weisheit und durch Muth |
Erklärt hast und besiegt, nur nicht die Geister, |
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Die auf uns zu am Höllenthor gerannt, |
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| 46 | O sag', wer ist der Große dort, der dreister |
Als And're blickt, nicht achtend auf den Brand. |
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Der Feuerregen macht nicht weich den Bösen." |
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| 49 | Doch dieser selbst, der, was ich frug, verstand, |
Erwidert: "Was im Leben ich gewesen, |
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Das bin im Tode ich! Wohlan, so mag |
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| 52 | Nur Jupiter, der mich zur Qual erlesen, 64 |
Antreiben seinen Schmied zu neuem Schlag, |
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Von dem den Donnerkeil er einst erhalten, |
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| 55 | Mit welchem er mich traf am letzten Tag. |
An schwarzer Esse treibt in Aetna's Spalten |
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Er nur die Andern an, er ruft auch heut': |
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| 58 | Hilf, hilf Vulcan, wie in der Zeit, der alten, |
Er schrie bei Flegra, wo entbrannt der Streit. |
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Ja treff er mich mit höchster Kraft nur immer, |
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| 61 | Doch schmeckt er nicht der Rache Süßigkeit!" |
Da sprach Virgil und lauter tönte nimmer |
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Des Meisters Stimme: "Capaneus, nicht kann |
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| 64 | So hart dich strafen, eine Qual, daß schlimmer |
Du nicht dich selber strafst durch Wuth, Tyrann! |
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Aufs Höchste hat dein Zorn die Pein getrieben!" |
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| 67 | Jetzt wandte sich zu mir der edle Mann, |
Mit mild'rer Lippe redend: "Von den Sieben |
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Ist Einer dies, der Theben einst bekriegt; |
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| 70 | Ein Gottverächter war und ist geblieben |
Der König, der, in sich verkrümmt, dort liegt. |
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Doch wie ich schon ihm sagte, nutzlos Wüthen |
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| 73 | Steht gut der zorn'gen Brust, die nie sich fügt. |
Jetzt folge mir, doch mußt du ja dich hüten |
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Die Wüste zu betreten; dicht am Wald |
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| 76 | Such' dir den Pfad, den Flammen nicht durchglühten." |
So kamen schweigend wir zur Stelle bald, |
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Wo aus dem Busch ich sah ein Flüßchen rinnen, |
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| 79 | Vor dessen Röthe noch mir graut. Es wallt |
Durch heißen Sand, dem Bache gleich, von hinnen, |
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Der aus Viterbo's Sprudel abfließt kaum, |
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| 82 | Als schon zum Bad er dient den Sünderinnen. |
Versteinert war hier Grund und Ufersaum, |
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Was gleich ich merkte, da ich mit den Füßen |
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| 85 | Betreten konnte ohne Qual den Raum. |
"Seit durch die Pforten, die sich Keinem schließen, |
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Du tratest, sahst kein Wunder du, o Sohn, |
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| 88 | Dem Bach hier gleich! wo seine Wellen fließen, |
Thau'n hoch in Lüften fort die Flämmchen schon, |
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Erreichend nie den Grund." So sprach der Hehre |
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| 91 | Geheimnißvoll vom Naß, das löscht die Loh'n. 65 |
Da fleht' ich, daß er mir die Speise mehre, |
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Nach der den Hunger er vermehrt, und bat |
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| 94 | Zu still'n die Wißbegier. "Es liegt im Meere", |
Erwidert er, "ein jetzt verdorb'ner Staat, |
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Creta genannt; doch kannte böse Lüste |
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| 97 | Die Welt noch nicht, war rein von Frevelthat, |
Als Creta's König herrscht' an jener Küste. |
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Dort thront ein Berg, der Ida, vormals schön, |
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| 100 | An Laub und Wasser reich, jetzt leer und wüste, |
Von Rhea für den Sohn zur Wieg' erseh'n, |
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Wo, um ihn der Gefahr ganz zu entrücken, |
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| 103 | Sein Schrein ward übertäubt durch wild Gedröhn. |
In diesem Berge steht ein Greis, den Rücken |
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Damietten, Rom das Antlitz zugewandt, |
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| 106 | Als sei ein Spiegel Rom, hinein zu blicken. |
Sein Haupt ist golden, silbern Brust und Hand, |
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Kupfern der Leib bis da, wo er gespalten, |
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| 109 | Die Beine eisern: doch aus Thon gebrannt |
Der rechte Fuß des riesenhaften Alten. |
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Am höchsten steht auf diesem Fuß der Greis. |
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| 112 | Durch die Metalle geht ein Sprung; gehalten |
Hat nur das Gold; und Thränen sickern leis, |
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Da stets der Sprung sich dehnt, aus jedem Risse, |
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| 115 | Die angesammelt thau'n in diesen Kreis, |
Um Flegeton, um Acheron, die Flüsse |
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Zu bilden, und den Styx, der trübe schleicht. |
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| 118 | So strömen dreigetheilt die Zährengüsse |
Zum Punkt, von dem man nicht mehr abwärts steigt, |
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Um sich zum Sumpf Cocitus auszudehnen. |
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| 121 | Du wirst ihn schau'n, weshalb mein Mund jetzt schweigt." |
Und ich: "Kommt aus der Oberwelt, der schönen, |
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Dies dunkle Naß, warum sah'n wir im Schlund |
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| 124 | Von diesem Ufer nur den Fluß der Thränen?" |
Er aber sprach: "Du weißt, der Ort ist rund, |
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Und wenn stets links dich wendend von der Schwelle |
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| 127 | Du auch schon tief hinabkamst, hast zur Stund' |
Du noch umgangen nicht die ganze Hölle. |
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D'rum staune nicht, siehst Neues bis zum Schluß |
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| 130 | Im Abgrund du!" "Wo strömt des Lethe Welle", 66 |
Frug ich, "wo Flegeton? Von jenem Fluß |
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Sagst du mir nichts, und hier vom Strom der Klagen, |
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| 133 | Nur daß sein Ursprung salz'ger Thränenguß." |
Und er: "Gefall'n find' ich an deinen Fragen, |
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Doch sollt' des Purpurwassers Sieden dir |
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| 136 | Die zweite lösen. Eins nur laß mich sagen, |
Du wirst den Lethe schaun, doch weit von hier, |
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Wo Seelen baden in der Fluth, der milden, |
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| 139 | Wenn Reu' die Schuld getilgt. Vom Waldrevier |
Ist's Zeit jetzt abzubiegen, von dem wilden; |
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Komm, folge mir entlang den rothen Gischt, |
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| 142 | Da sichern Weg des Flusses Ränder bilden, |
Auf deren Steinen jeder Dampf erlischt." 30.01.2007 |
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