Die Hölle. 19. Gesang. |
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| S. 82 - 87 | |
| In diesem Gesange, wo es sich um die Verkäuflichkeit der geistlichen Aemter handelt, wird zuerst Simon, der Magus von Samaria, angerufen, weil er, nachdem ihn Filippus getauft hatte, dem Petrus zur Erlangung der Gaben des heiligen Geistes Geld bot. Die Lokalität des Kreises ist nach den Muster der Taufkirche des h. Johannes in Florenz geschildert. Dort befanden sich um den Taufstein her Löcher im Boden, mit Wasser gefüllt. Aus einem dieser Löcher rettete Dante einst einen Knaben. Da er aber dazu mit einer Axt den Boden aufbrach, verläumdete man ihn als Kirchenschänder, weshalb er hier sagt, kein Gerücht sei so unsinnig, daß es nicht geglaubt werde. Die Vorstellung des mit dem Kopfe zu unterst im Loche steckenden Kindes, oder auch eine Strafe, welche man damals Verbrecher erleiden ließ, muß seine Vorstellung bei der Schilderung des 19. Kreises beherrscht haben. Er vergleicht sich hier mit dem Mönch, der dem Verurtheilten Beichte hört. Der hier redend eingeführte Geist ist Nicolaus III. vom Hause der Orsini's, die einen Bären im Wappen führten, weshalb die Anspielung auf diese Thiere. Er regierte von 1277-1280 und unter ihm stand die sogenannte Nipotenwirtschaft, d. h. die Bereicherung der Verwandten des Papstes und ihr Einfluß in Staatsgeschäften, in Blüthe. Villani sagt von ihm: So lange er noch ein junger Geistlicher und dann später Cardinal war, kannte man ihn als einen Ehrenmann und von den besten Sitten; als Papst war er voll Eifer für die Seinen und unternahm viele Dinge, um sie groß zu machen. Er war der erste Papst, an dessen Hof man öffentlich Simonie zu Gunsten seiner Verwandten trieb, wodurch er sie an Besitzungen und Schlössern bereicherte. Da er den Ghibellinen günstig war, so möchte Villani's Zeugniß nicht ganz unparteiisch erscheinen: indeß so viel ist gewiß, daß er drei Cardinäle aus seiner Verwandtschaft ernannte und seinen Neffen Bertoldo Orsini zum Grafen von Romagna machte, wogegen seines Nachfolgers Martin IV. Benehmen abstach, der seinen Bruder, welcher ihn aus Frankreich zu besuchen kam, mit einem kleinen Geschenk und Erstattung der Reisekosten zurücksandte, indem er sagte, die Güter seien nicht sein, sondern der Kirche. In demselben Sinn spricht Dante von der Kirche als von einem schönen Weibe, um die der Papst gefreit hat, im Hinblick auf ihre Schätze, um sie nachher zu mißhandeln. Uebrigens soll die Regierung des Nicolaus keineswegs verwerflich gewesen sein, da er sich die Versöhnung der streitenden Parteien in Italien zur Aufgabe machte, und auch die französische und deutsche (83) Macht im Gleichgewicht zu halten suchte. Nicolaus spricht hier von Vorgängern, welche schon unter ihm im Loch stecken, und erwartet seine Nachfolger, von denen er Bonifaz VIII. schon in Dante selbst zu erkennen meint. Der Dichter thut sich hier ein Genüge an diesem persönlichen Feinde. Bonifaz brachte einen französischen Statthalter nach Florenz und war an Dante's Verbannung schuld. Philaletes meint, unter den Vorgängern des Nicolaus seien wohl die heftigen Gegner des schwäbischen Hauses, der habsüchtige und strenge Innocenz IV., der schwächere, aber nicht minder gewissenlose Alexander IV., Urban IV., welcher Carl v. Anjou nach Italien rief, und der bessere, aber durch die Umstände auf der Bahn seiner Vorgänger fortgerissene Clemens VI. verstanden. Von Innocenz wird unter Anderm erzählt, er habe noch auf seinem Todtenbette zu den ihn umgebenden Verwandten gesagt: Was schreit Ihr, Elende! habe ich Euch nicht Alle reich gemacht! Unter den Nachfolgern wird außer Bonifaz, Clemens V., welcher ganz unter französischem Einfluß stand und sich nicht einmal in Rom, sondern in Lyon krönen ließ, verstanden. Später jedoch soll er den Zug Heinrich VII. nach Italien gefördert und auch die Partei der Weißen in Florenz, also die des Dante, begünstigt haben. Der erwartete Papst, welcher es auch sei, ob Clemens oder ein anderer, wird mit Jason oder Josua, der für Geld sich die seinem Bruder Onias zukommende hohenpriesterliche Würde von dem König Antiochus Epiphanes kaufte, und der sich durch Nachahmung heidnischer Sitten entwürdigte, verglichen. Dante gedenkt der Verleihung des Schlüsselamtes an Petrus und des Apostelamts an Mathias nach dem Verrath des Judas und stellt dies dem Aemterkauf unter Nicolaus entgegen. Hier wird Bezug auf Johann von Procida genommen, den unversöhnlichen Feind Carl's von Anjou. Er erlangte von Nicolaus III. die Genehmigung des Aufstandes der Sicilianer und der Uebertragung der Krone dieser Insel an Peter von Arragonien. Villani erzählt, er habe sich dazu sowohl bei Bertoldo Orsini, dem Neffen des Papstes, als bei dem Papst selber des Goldes bedient, das ihm der von Carl bedrohte Kaiser Paläogus gegeben habe. Doch könnten wohl die Weigerung Carl's, sich mit Nicolaus zu verschwägern, und der Wunsch des Papstes, die Franzosen nicht übermächtig werden zu lassen, als genügende Gründe für jenen Schritt gelten. Nach dem erwähnten Zwiegespräch gedenkt der Dichter des Weibes, welches über den Gewässern thront; sie ist geschildert wie die Babel aus der Apokalypse, jedoch scheint eigentlich Rom oder im engeren Sinne die römische Kirche damit gemeint zu sein, die schön und herrlich war, so lange ihr Gatte, also der Papst, noch die Tugend liebte. Zugleich wird die Schenkung des Constantin, des römischen Kaisers, nach (84) seiner Taufe an Papst Sylvester, welche der Anfang der weltlichen Herrschaft gewesen sein soll, beklagt. Aus diesem kurzen Abriß geht schon hervor, von wie hoher Bedeutung der 19. Gesang ist. In ihm liegt die Wurzel endloser Streitigkeiten. Was wird nicht Alles aus demselben deducirt! Manches, was man daraus beweisen will, könnte vielleicht annehmbar erscheinen, wenn ein solches Capitel ganz allein für sich beurtheilt werden dürfte. Wer aber kann sagen, ob ein Glied richtig gezeichnet ist, wenn er es nicht im Zusammenhang mit dem ganzen Körper betrachtet? Dante ist deshalb kein Gegner des Papstthums gewesen, weil er Päpste in die Hölle setzt, ebensowenig wie er ein Gegner des Kaiserthums war, weil Friedrich II. bei den Häretikern liegt. Er glaubte, wie es ja auch wohl durchweg die Ansicht des Mittelalters war, beide Gewalten von Gott eingesetzt und nöthig zur Regierung der Welt. Dies sind die 2 Schwerter, von denen keins in den Bereich des andern mischen soll. Der weltlichen Herrschaft des Papstets scheint er allerdings feind gewesen zu sein, wenigstens nach dem Anruf an Constantin zu urtheilen. | |
| 1 | O Zaubrer Simon, o verderbte Seelen, |
| Die Ihr gefolgt auf falschem Pfad ihm seid! | |
| Das Göttliche, das nur sich soll vermählen | |
| 4 | Der Tugend, habt verkauft Ihr und entweiht; |
| Verkuppelt heil'ge Dinge habt der Sünde | |
| Für Gold und Silber Ihr! Nun ist es Zeit, | |
| 7 | Daß die Posaune aller Welt verkünde |
Wie schwer Ihr büßt im dritten Felsenloch! |
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Schon sah ich in den nächsten dieser Schlünde |
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| 10 | Senkrecht hinab vom hohen Brückenjoch. |
O ew'ge Weisheit, o du allgerechte, |
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Welch' wunderbare Kunst bewährst du doch, |
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| 13 | Indem du Gutes lohnst und strafst das Schlechte, |
Und Erd' und Himmel ordnest wunderbar, |
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Ja selbst zum Dienst dir zwingst die Höllenmächte! |
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| 16 | Jetzt sah ich, daß der Grund voll Löcher war, |
Taufbrunnen gleich in St. Johannis Hallen, |
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Von denen einen, noch sind's wenig Jahr, |
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| 19 | Ich aufbrach, weil ein Mensch hineingefallen, |
Erkennend bei dem Anlaß, wie'n Gerücht, |
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Sei's noch so falsch,doch wird geglaubt von Allen. |
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| 22 | Hier in der Hölle stak ein Bösewicht |
In jedem Loch, dem aus dem Stein, dem hohlen, 85 |
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Die Füße ragten, denn der Schuld Gewicht |
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| 25 | Drückt tief das Haupt hinab. Es leckt die Sohlen |
Ein Feuer, zischelnd, wie mit Oel getränkt; |
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So rasseln Flämmchen zwischen Holz und Kohlen. |
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| 28 | Die Füße hätten jedes Band gesprengt, |
Wenn sie gefesselt wären, die entflammten, |
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So schlugen um sich her sie, arg versengt. |
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| 31 | "Wer ist's, der wilder noch als die Verdammten |
Ringsum dort rast", frug ich, "auf dessen Grab |
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Mehr als auf all' den Grüften, den gesammten, |
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| 34 | Die Flammen loh'n?" Und Antwort Jener gab: |
"Willst du's, trag' ich dich gern durch diese Rille |
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Zu ihm, der Alles selbst bekennt, hinab." |
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| 37 | Und ich: "Du bist der Herr, es trennt mein Wille |
Sich nie von deinem; das, was dir behagt, |
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Gefällt auch mir; du weißt, was in der Stille |
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| 40 | Ich meine, ehe du mich noch befragt." |
So stiegen links hinab durch Felsenzacken |
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Vom vierten Ufer wir, wie er gesagt, |
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| 43 | Fest hielt er mich und ließ mich nicht vom Nacken, |
Und brachte mich zur Spalte unversehrt, |
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Wo Jener klagt mit Knöcheln und mit Hacken. |
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| 46 | "Du, der was unten ist, nach oben kehrt, |
Wie'n umgekehrter Pfahl, gieb mir ein Zeichen!" |
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So redend, mocht' dem Mönch, der Beichte hört |
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| 49 | Am Grab des Mörders ich, des blut'gen, gleichen, |
Des Mörders, der ihm zuruft: "Bleib, o bleib!" |
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Um Aufschub oder Gnade zu erreichen; |
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| 52 | "Kommst schon du, Bonifaz, hast du den Leib |
Schon abgelegt? Dann irrt die Schrift um Jahre. |
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So bist den Schatz, den dir das schöne Weib |
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| 55 | Hat zugebracht, du satt, das einst so klare, |
Das du zuerst verführt zu List und Raub, |
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Um's endlich zu zerreisen am Altare." |
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| 58 | So klang herauf die Stimme aus dem Staub. |
Ich aber, den die Frage ganz verwirrte, |
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Blieb stumm und stellte gleich dem Mann mich taub, |
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| 61 | Der keine Antwort weiß. "Daß er sich irrte", |
So mahnt Virgil, "sag dem im Felsenschooß!" 86 |
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Ich that's, und aus dem tiefen Riffe schwirrte |
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| 64 | Hervor die Stimme: "Ist dein Wunsch so groß, |
Zu wissen, wer ich bin, daß zu dem Zwecke |
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Hinab du klommst, o so vernimm mein Loos: |
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| 67 | Es ziemt sich, daß ich alles dir entdecke. |
Den großen Mantel trug ich auf dem Thron, |
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Ich, der ich jetzt verdreht im Stein hier stecke. |
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| 70 | In Wahrheit ja, ich war der Bärin Sohn, |
Und sackte viel ein für die Bärchen Alle, |
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Bis selbst ich eingesackt hier bin zum Lohn. |
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| 73 | Hier unter'm Haupt mir steckt in gleicher Falle |
Vom Steine plattgedrückt, wer vor mir kam |
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Und Simonie geübt. Auch ich, ich falle, |
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| 76 | Wenn Jener kommt, für den ich erst dich nahm, |
Noch tiefer bald, um ewig dort zu büßen. |
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Doch steh' ich länger schon in Noth und Gram |
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| 79 | Kopfüber hier mit den verbrannten Füßen, |
Als jener gleiche Qualen dulden wird, |
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Eh' über ihm sich ganz die Berge schließen; |
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| 82 | Denn nach ihm kommt vom West ein schlecht'rer Hirt, |
Der einst uns beide deckt in diesen Spalten. |
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Ein neuer Jason ist er, der da kirrt |
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| 85 | Den Frankenkönig, Jason gleich, dem alten, |
Von dem du liest im Makkabäerbuch, |
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Daß Alles er von seinem Herrn erhalten." |
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| 88 | Vielleicht war ich zu kühn, als jetzt ich frug: |
"Wie viel denn Christus wohl verlangt' zum Solde, |
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Als er die Schlüssel Petrus übertrug? |
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| 91 | "Komm, folge mir", so klang das Wort, das holde, |
"Und weiter nichts begehrte er, du Thor! |
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Wie viel bot denn Mathias dar an Golde, |
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| 94 | Als zum Apostel ihn das Loos erkor, |
Dem Petrus für das Amt und den Gefährten, |
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Das Amt, das just der böse Geist verlor. |
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| 97 | D'rum duldest in der Stellung, der verkehrten, |
Mit Recht du hier! Halt fest dein Sündengeld, |
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Das wider Carl dir Muth gab, unerhörten. |
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| 100 | Ehrt' ich die Schlüssel, die in heit'rer Welt, |
Du trugst, so hoch nicht, härt're Worte müßte 87 |
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Ich brauchen, denn durch Euren Geiz zerfällt |
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| 103 | Die Weltenordnung, Euer frech Gelüste |
Zertritt die Guten, Schlechte zu erhöh'n. |
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Johannes, im Gesicht, auf Patmos Küste |
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| 106 | Sah Hirten Euch bei jenem Weibe steh'n, |
Das über'm Wasser thront und Buhlschaft üben |
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Mit allen Kön'gen will. Der Hörner zehn |
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| 109 | Beschützten seinen Thron, der Häupter sieben |
Streckt's in die Wolken, herrscht im Weltenall, |
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So lang sein Gatte treu dem Heil geblieben. |
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| 112 | Ihr macht Euch einen Götzen aus Metall, |
Und seid nur darin anders als die Heiden, |
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Daß sie vor Einem, daß Ihr überall |
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| 115 | Vor Hunderten Euch bückt. Wie vieler Leiden |
Ursprung und Mutter war, o Constantin, |
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Dein Uebertritt - o nein, der brachte Freuden, |
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| 118 | Doch ach die Mitgift, die du da verlieh'n |
Dem ersten reichen Vater von dem Deinen." |
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Als so ich sprach, da sah ich rasen ihn, |
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| 121 | Sei es aus Zorn, sei's aus Gewissenspeinen; |
Doch mußte, was gesagt ich Jenem dort, |
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Dem guten Meister wohl das Rechte scheinen, |
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| 124 | Denn lächelnd folgte er mir Wort für Wort. |
Dann faßte mich noch fester um der Weise |
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Und trug zurück mich nach dem äußern Bord. |
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| 127 | Gewiß für Ziegen wär' das Felsengleise |
Zu steil, durch das empor sich wand Virgil. |
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Jetzt auf der Brücke, die vom vierten Kreise |
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| 130 | Zum fünften leitet, setzte ab am Ziel |
Die Bürde, die ihm theuer war, der Dichter. |
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Von diesem steilen Klippenbogen fiel |
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| 133 | Mein Blick nun in den nächsten Höllentrichter. 01.08. 2006 |