Die Hölle. 32. Gesang. |
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| S. 143-48 | |
| Der 9. Kreis, welchen die Wanderer jetzt betreten, wird wieder in drei Abtheilungen geschieden, die erste Caina, wo Bruder- und Verwandten-Mörder sind, Menschen, die die natürliche Liebe verrathen, die zweite Antenora, nach Antenor dem Trojanerfürsten, welcher sich die Hälfte des Schatzes des Priamus und eine Königstochter zur Gattin, versprechen ließ, und um diesen Preis seine Landsleute verrieth, beim Raub des Palladiums mithalf und das hölzerne Pferd in die Stadt einführte. Dies sind die Verräther am Vaterland; die dritte Abtheilung heißt Tolomea, nach Ptolomeus, dem Sohn des Aboli, vom hohenpriesterlichen Geschlecht, welcher Simon den Maccabäer mit seinen Söhnen bei einem Gastmahl verrätherisch ermorden ließ. Hier weilen diejenigen, welche das besondere Vertrauen, die freie, besonders herzliche Liebe verrathen. (144) Die Wanderer sind jetzt zum Cocytus gelangt, dem Sumpf, welcher aus den Höllenflüssen gebildet wird. Er ist vereist, und so finden wir hier die entgegengesetzte Vorstellung, von der allgemein sonst verbreiteten, finden Eis statt des Feuers, indessen eine sinnige Vorstellung, denn die Härte, die Kälte des Herzens ist gewiß das, was uns am weitesten von Gott trennt. Dante verzweifelt hier noch einmal an seiner schwierigen Aufgabe und ruft deshalb abermals die Musen an, sie, welche dem Amphion Theben bauen halfen. Man sagt, dieser habe durch die ihm von den Musen verliehene Gabe der Musik die Steine zum Bau der Stadt herbeigelockt. Die Dicke des Eises auf dem Cocytus wird dadurch veranschaulicht, daß der Dichter meint, wenn auch Tavernich, ein Berg in Slavonien, und Pietrapane, ein Berg in der Nähe von Lucca, darauf fielen, so würde es kaum am Rande knacken. Besonders angeführt werden in diesem Gesang die Brüder aus dem Bisenziothal, Alessandro und Napoleone degli Alberti von Mangona: von dieser Familie wird gesagt: "Die Verrätherei ist dem Haus Mangona angeboren." Die Brüder hatten lange das Land umher tyrannisirt, bis sie am Ende untereinander in Streit geriethen und sich umbrachten. Wenn bei dieser Gelegenheit von dem Manne gesprochen wird, welchen Artus durchstach, so ist damit der falsche Mordrec, sein Stiefsohn gemeint, welcher, als Artus im Krieg war, einen untergeschobenen Brief vorzeigte, in welchem der zum Tode verwundete König ihm sein Reich vermachte. Focaccia Cancellieri von Pistoja, der hier noch genannt wird, war einer von den Weißen, den man, weil er seinen Feinden nicht Stand hielt, der Feigheit zieh, worauf er antwortete: "Es ist besser man sagt, von hier entfloh Focaccia, als: hier ward Focaccia ermordet." In Cains Kreis aber befindet er sich nicht deshalb, sondern weil er später sich mit Anderen in einen Hinterhalt legte und einen nahen Verwandten ermordete. Sassol Mascheroni tödtete seinen Neffen, um sich seines Erbtheils zu bemächtigen, Camicione dei Pazzi brachte seinen nahen Verwandten Ubertino um, und wartet in der Unterwelt auf Carlin, einen Vetter, der nach seiner Meinung noch Schlimmeres als er selbst verübte, und welcher ihm als Folie dienen soll; Bocca degli Albati, Guelphe, verrieth seine Partei in der Schlacht bei Mont' Aperti, wo er dem Giacopo, dem welfischen Bannerträger, plötzlich die Hand abhieb. Da sank die Fahne und mit ihr das Glück der Guelphen. Boso von Doario, zuerst im Bund mit Ezzelin, tritt zur Gegenpartei über, wie Einige behaupten durch Geld bestochen, Tesauro aus dem Hause Beccheria wird gleicher Verrätherei geziehen, Hans Soldanier, Gannelon und Tribadello, welcher den Schlüssel von Faenza den Feinden zusandte, alle diese Genannten erndten hier den Lohn ihrer Falschheit. Wenn zum Schluß noch der eine Unhold, (145) der sich im folgenden Gesang als Ugolino della Gheradesca entlarvt, mit Tydeus verglichen wird, so bezieht sich das auf folgende Sage aus dem Alterthum. Tydeus, einer der sieben Belagerer Thebens, ward in der Schlacht von Menalippus tödtlich verwundet, brachte diesem aber noch mit seinen letzten Kräften einen gleichfalls tödtlichen Lanzenwurf bei. Blutend hingestreckt, flehte er noch, daß ihm seine Genossen die Leiche des Erschlagenen bringen möchten, und als sein Wunsch erfüllt war, ließ er derselben das Haupt abschlagen und benagte es mit den Zähnen. Eben hatte Pallas für ihn von Zeus die Gabe der Unsterblichkeit erfleht, als sie aber diesen Gräuel erblickte, wich sie schaudernd zurück und verließ ihn. |
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| 1 | O hätt' zur Hand ich Reime hart und rauh, |
| Die jenem traur'gen Schlunde angemessen, | |
| Der aller andern Kreise Unterbau, | |
| 4 | Dann könnt aus meinem Gegenstand ich pressen |
| Viel reichlichern und auch viel bessern Saft; | |
| Da sie mir fehlen, scheint mein Thun vermessen. | |
| 7 | Des Weltalls Grund zu schildern fordert Kraft, |
Kein Scherz ist's, nicht der Zunge zuzutrauen, |
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Die noch Mama, Papa lallt mangelhaft. |
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| 10 | Doch helfen mögen wir die hohen Frauen, |
Daß treu mein Wort sich an die Wahrheit hält, |
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Sie, die Amfion halfen Theben bauen. |
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| 13 | Verrucht Gesindel, das der Ort enthält, |
Von dem es schwer mir wird hier zu erzählen, |
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Wär't lieber Schaf' und Ziegen auf der Welt |
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| 16 | Als Menschen Ihr gewesen, schlechte Seelen! |
Als jetzt ich stand im tiefsten Brunnenschacht, |
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G'rad unter Anteus Fuß, und aus den Höhlen |
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| 19 | Zur Felswand auf sah, tönt ein Ruf: "Hab Acht, |
Sieh wo du hintrittst, deine Sohlen stelle |
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Nicht auf der Brüder Häupter unbedacht!" |
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| 22 | Ich blickt umher und sah 'nen See, der helle |
Wie Glas und nicht wie Wasser vor mir lag, |
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Denn durch den Frost ward klar die trübe Welle. |
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| 25 | Solch dichten Schleier legt am Wintertag |
Die Donau nicht, der Don nicht um den Nacken |
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Im kalten Lande dort! Fiel Schlag auf Schlag |
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| 28 | Auch Tabernich, auf's Eis hier festgebacken, 146 |
Auch Pietrapane, dennoch würd' es kaum |
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Am Rande hier ein einzigmal nur knacken. |
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| 31 | Wie Frösche zu der Zeit, wo schon im Traum |
Die fleiß'ge Bäurin denkt an's Aehrenlesen, |
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Vorstrecken, quakend, an des Ufers Saum |
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| 34 | Die Schnauze aus der Fluth, so streckten Wesen |
Hier aus dem Eis den Kopf, fahl ganz und gar, |
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Nur nicht, wo Scham die Wangen färbt der Bösen. |
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| 37 | Wie Störche klapperte die frost'ge Schaar. |
So zeugte für die Kälte, ach die strenge, |
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Ihr Mund; ihr Auge, das gesenkt stets war |
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| 40 | Für ihren Gram. Als ich durchspäht die Menge, |
Blickt ich hinab, und sah zu Füßen mir |
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Zwei Männer, Brust an Brust vereint, so enge, |
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| 43 | Daß sich ihr Haar vermischt. "Wer seid den Ihr?" |
Frug Jene ich; da bogen die Genossen |
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Die Hälse vor und sah'n nach oben stier, |
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| 46 | Wobei die vollen Lider überflossen; |
Die Thränen froren fest im Augenblick, |
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Daß beider Wangen sich zusammenschlossen. |
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| 49 | So bindet keine Klammer Stück an Stück, |
Wenn Hölzer man zusammenfügt, als Jene |
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Zusammenband ihr elendes Geschick. |
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| 52 | Wie Böcke stießen sie sich mit Gestöhne. |
Ein Andrer, dem der Frost die Ohren nahm, |
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Schrie jetzt, besorgt wohl, daß ich ihn verhöhne, |
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| 55 | "Was spiegelst du in uns dich ohne Scham? |
Willst wissen du, wer diese sind, erstatten |
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Werd' ich Bericht dir schon, trotz meinem Gram. |
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| 58 | Die Beiden und ihr Vater Albert hatten |
Einst im Besitze das Bisenzio-Thal; |
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Ein Leib gebar sie; prüfst du alle Schatten, |
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| 61 | In Cain's Kreis, du findest dieser Qual |
Nicht einen würd'ger, selbst nicht den voll Tücke, |
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Den Artus so durchstochen, daß ein Strahl |
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| 64 | Von oben schien durch seines Busens Lücke; |
Foccaccia nicht, und nicht den Höllensohn, |
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Deß Haupt die Aussicht nimmt hier meinem Blicke; |
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| 67 | Du kennst ihn wohl, den Sassol Mascheron, 147 |
Wenn du Toscaner bist! um dir zu sparen |
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Noch weit're Fragen, wisse Camiscion |
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| 70 | Bin von den Pazzi ich, und harr' seit Jahren |
Carlin's, der mehr wie ich hierher noch paßt." |
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Als tausend außer ihm im Eis, dem klaren, |
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| 73 | Verkeilt ich sah, ward ich von Graun erfaßt, |
| Das noch ich spür' am Rand gefrorner Seen. | |
Der Mitte zu, die anzieht jede Last, |
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| 76 | Schritt durch die Köpfe ich, da aus Versehen, |
Vielleicht auch weil's das Schicksal so bestimmt, |
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Trat Einem auf das Antlitz ich im Gehen; |
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| 79 | Der schrie: "Was trittst du mich, willst du ergrimmt |
Für Mont Aperti neue Rache nehmen, |
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Denn oben hat der Haß wohl fortgeglimmt?" |
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| 82 | "O wart', bis einen Zweifel mir der Schemen |
Gelöst, o Meister, dann ohn' Aufenthalt, |
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Wenn mich auch Müdigkeit und Angst fast lähmen, |
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| 85 | Treib vorwärts mich!" Da machte dieser Halt. |
"Wer bist du Wüthrich?" frug ich gleich den Sprecher, |
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"Und du, der durch die Antenora wallt, |
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| 88 | Und mich in's Antlitz tritt, wer bist du Frecher? |
O lebtest du in Fleisch und Bein noch jetzt, |
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Dann wär's zu viel gewesen!" schrie der Schächer, |
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| 91 | Und ich: "Lebendig bin ich und ergötzt |
Der Nachruhm dich, dann sei dein Name später |
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Den andern, die ich aufschrieb, zugesetzt." |
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| 94 | "Grad umgekehrt!" rief aus der Missethäter, |
"Ich will bekannt nicht sein! Mach fort, du Tropf, |
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Du schmeichelst ungeschickt, laß mich, Verräther." |
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| 97 | Da griff ich rasch entschlossen ihn beim Schopf, |
Und rief: "Jetzt wirst du doch dich nennen müssen, |
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Sonst bleibt kein einzig Haar dir auf dem Kopf!" |
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| 100 | Und er: "Wenn jedes Haar du ausgerissen, |
Und tausendmal mich auf den Schädel hau'st, |
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Sollst du trotzdem nicht meinen Namen wissen!" |
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| 103 | Schon hat sein Haar gedreht ich um die Faust, |
Und ausgerauftt manch' Bündel schon im Grimme, |
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Indeß er niederblickend, ganz zerzaust |
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| 106 | Wie Hunde bellt, da hört ich eine Stimme,148 |
Die rief: "Bocca, wer hat dir's angethan, |
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Und welch' ein Teufel packt dich denn, der schlimme, |
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| 109 | Ist's nicht genug zu klappern Zahn auf Zahn, |
Mußt du noch bell'n dazu?" Und ich: "Jetzt kenne |
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Den Namen ich, jetzt schweige nur fortan; |
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| 112 | Berichten kann ich Alles!" - "Thu's, doch nenne |
Auch den, der hier so rasch die Zunge braucht, |
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Und dem dafür ich deinen Nachruhm gönne. |
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| 115 | Und sag auch, wenn es in den Kram dir taugt, |
Daß den du sahst, der Frankreichs Gold bejammert, |
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Den von Doario, kalt hier eingetaucht. |
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| 118 | Und frägt man weiter, sag, hier festgeklammert |
Traf ich von Becheria den, sehr tief, |
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Dem Florenz einst das freche Haupt zerhammert, |
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| 121 | Und den, den Johann Soldanier man rief, |
Auch Ganellon und Tribadell, der leise |
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Faenza aufgethan, als Alles schlief." |
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| 124 | Da diese All' ich angeschaut im Kreise, |
Schritt weiter ich und sah ein andres Paar, |
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So eingefroren wunderlich im Eise, |
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| 127 | Daß ein Haupt wie der Hut des andern war. |
So beißt in's Brod der Mensch, dem leer der Magen, |
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Wie der, der oben stand, des Mitleids baar, |
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| 130 | Die Zähne in des Andern Haupt geschlagen, |
Da, wo's Gehirn an's Rückenmark sich schließt. |
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So wüthend sah man Tideus nicht benagen |
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| 133 | Den Menalipp! "Du, der so viehisch wüst |
Den Haß bezeugt, hast du gerechte Gründe," |
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Frug ich, "warum du so sein Blut vergießst? |
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| 136 | Nenn dich und ihn und die begang'ne Sünde, |
Dann will vertreten ich dich in der Welt, |
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Wenn nicht, eh' die Gelegenheit ich finde, |
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| 139 | Die Zunge, die dies sprach, in Staub zerfällt." 31.01. 2007 |