Purgatorium. 9. Gesang. |
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| 205 Die Gemahlin des Titon, auf welche hier zuerst Bezug genommen wird, ist Aurora. Sie erscheint gekrönt mit dem Bilde des kalten Thieres, das sind entweder die Sterne der Fische oder des Skorpions, mit welchen zugleich die Sonne aufgeht. Die zwei Schritte, welche die Nacht gemacht hat, müssen hier eine gewisse Stundenzahl bedeuten, oder wie andere meinen, sollen es zwei Bilder des Thierkreises sein. Wenn dann von Fünf Wanderern geredet wird, so sind unter diesen Dante, Virgil, Sordello, Conrad und Nino zu verstehen. Prokne, derer im weiteren Verlauf des Gesanges gedacht wird, war ein Griechin, welche in eine Schwalbe verwandelt surde, weil sie ihren Sohn Itys getödtet und ihrem Gemahl aus Rache bei einem Gastmahl vorgesetzt hatte. Von antiken Gestalten und Erinnerungen kommen noch vor: Ganymed, der Mundschenk des Jupiter, von dessen Adler fortgetragen, Achill, von seiner Mutter im Schlaf dem Centauren Chiron, dem er zur Erziehung übergeben war, entführt und nach Chios gebract, Metellus, der römische Tribun, welcher sich allein zur Wehr setzte, um die Schatzkammer auf dem Tarpeischen Felsen gegen Caesar zu vertheidigen. Aus der Einleitung zur Hölle werden wir uns der hier in Wirksamkeit tretenden Lucia, welche in Adlersgestalt erscheint, erinnern, und dürfen uns nur zurückrufen, daß dies die anregende Gnade ist, welche den Menschen zu allem Guten treibt. Sie trägt die Seele aber nur bis zur Schwelle des Purgatoriums, da zum Eintritt selbst der freie Wille, die Reue und das Bekenntniß nöthig sind. Die sieben Zeichen, welche der Engel dem Sünder mit dem Schwert auf die Stirn macht, bedeuten die 7 Todsünden. Im Italienischen heißt es 7 P's, peccato d. i. Sünde, im Deutschen können wir nur sagen 7 S, Sünde, um den Anfangsbuchstaben des Wortes beizubehalten. In jedem Kreis wird eins der Zeichen ausgewischt. da dann eine Hauptsünde abgebüßt ist. Die Sprüche aus der Bergpredigt sind die Lossprechungsformel. Der Pförtner trägt ein graues Kleid, an Asche erinnernd, welche ja schon die Juden in Schmerz und Noth auf ihr Haupt streuten und die ja auch am Aschermittwoch in Gestalt eines Kreuzes die Stirn der Andächtigen bezeichnet. Die Mahnung zur Milde, welche an Petrus ergeht, "er könne eher durch zu fest Verschlossenhalten der Thür, als durch zu leicht Oeffnen derselben" fehlen, hat etwas sehr Rührendes. Beim Sühnungsgang durch das Purgatorium wird dem Büßer in jedem Kreis an Beispielen die Strafe des Lasters, von welchem er dort geläutert werden soll, gezeigt, sowie der Lohn der diesem Laster entgegengesetzten Tugend, worauf ein Hymnus in Trostworten versöhnend schließt. | |
| 1 | Weiß schimmernd stieg, dem Arm des Freund's entfliehend, |
| Die Buhle Thytons auf, mit hellem Streif | |
| Den Horizont, den östlichen, umziehend, | |
| 4 | Juwelen um die Stirn, ein Demantreif, |
| Die in Gestalt des Thiers geordnet stehen, | |
| Des kalten, das sich wehret mit dem Schweif. | |
| 7 | Jetzt war, von unserm Standpunkt aus gesehen, |
Zwei Schritt gegangen droben schon die Nacht, |
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Und auch der dritte war schon fast geschehen, |
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| 10 | Als ich, der Adams Theil ja mitgebracht, |
Zurücksank auf den Rasen, wo wir lange |
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Wir fünf gelagert und die Zeit durchwacht. |
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| 13 | In jener Stunde, wo die Schwalbe bange |
Dem ersten Morgenlicht entgegenschwirrt, |
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Des alten Grams gedenkend im Gesange, |
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| 16 | Wo frei vom Fleisch, der Geist im Weltall irrt, |
Wo Denkkraft ihn und Urtheil nicht mehr zügeln, |
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Der Traum zur göttlichen Vision fast wird, |
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| 19 | Da sah ich einen Aar mit gold'nen Flügeln, |
Mit mächtigen Krall'n bereit voll Majestät |
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Herab zu schweben zu den Rasenhügeln. |
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| 22 | Mir schien's, ich sei am Ort, wo Ganymed |
Den Seinen ward entrissen durch die Klauen |
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Des Aars, der ihn zum Götterrath erhöht. |
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| 25 | Jagt aus Gewohnheit er auf diesen Auen? |
So dacht ich, und verschmäht von andrer Flur |
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Den Raub zu holen? Noch kreist' er im Blauen, |
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| 28 | Doch jetzt schoß er herab, griff mich und fuhr |
Hinauf mit mrt in's Feuer! O wie sengte |
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Die Gluth, die um den Aar und mich doch nur |
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| 31 | Die Phantasie entfacht! o wie umdrängte |
Mich Flamm an Flamme, bis des Feuers Kraft |
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Mit einem Schlag den Schlaf, den festen, sprengte! |
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| 34 | Da schreckt ich auf. So hat sich aufgerafft |
Achill vom Schlaf, der Knabe, der entführte, |
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Den seine Mutter stahl aus Chirons Haft. |
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| 37 | Wie, halberwacht, ich ringsumher jetzt stierte, |
So that auf Chios Strand, der Thetis Sohn, |
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Von wo dann einst Odysseus auf ihn spürte |
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| 40 | Und trieb zu segeln ihn nach Ilion. |
Mein Blut ward Eis, das jüngst wie Lava glühte. |
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Den Kopf erhoben nun ein wenig schon, |
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| 43 | Sah von der Sonn' erhellt, die mächtig sprühte, |
Das Ufer ich, dem zugekehrt ich lag; |
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Schon seit zwei Stunden stieg sie zum Zenithe. |
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| 46 | Mein Tröster nur war bei mir noch und sprach: |
"Nicht sinken laß die Kräfte, willst du siegen, |
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Nein spann' sie an! sieh, es ist heller Tag! |
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| 49 | Wir sind an gutem Ort, sind aufgestiegen |
Zum Purgatorium! dort die Mauer schau, |
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Und wo die Felsen nicht so eng sich fügen, |
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| 52 | Das Thor! Als heut du schliefst im Morgenthau, |
Da wo Sordell zurückblieb mit den Schatten, |
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Erschien ein göttlich Weib; "laßt", rief die Frau, |
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| 55 | "Den Schläfer auf mich heben von den Matten; |
Ich bin Lucia, und ich helf ihm gern; |
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Die Pilgerschaft geht leichter dann von Statten." |
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| 58 | Jetzt flog sie auf, verklärend sich wie'n Stern |
Mit dir, den sorglich hielt ihr Arm umwunden; |
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Ich aber folgte ihrem Flug von fern; |
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| 61 | Und hier legt' sie vor wenigen Sekunden |
Dich nieder, deutend auf den Felsenriß. |
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Dann war sie selbst und auch der Schlaf entschwunden." |
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| 64 | Wie der dem Zweifelsqual das Herz zerriß, |
Verwandelt wird, und lächelt, wieder heiter, |
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Wenn er, die Wahrheit hört, des Glücks gewiß, |
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| 67 | So ward ich's auch, da also sprach mein Leiter. |
Und vorwärts schritt, da er so froh mich sah, |
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Der Gute, und ich folgt' ihm weit und weiter. |
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| 70 | Es wächst mein Stoff, du Leser merkst es ja, |
Drum staune nicht, such ich ihn zu gestalten |
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Mit größ'rer Kunst, als es bisher geschah. |
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| 73 | Dem Wall genaht, bemerkt ich da, wo Spalten |
Ich erst gesehn, so schmal wie Fäden bloß, |
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Ein mächtig Thor, verschlossen noch gehalten |
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| 76 | Von einem Wächter stumm und regungslos. |
Drei Stufen steigt hinauf man bis zur Schwelle, |
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Verschieden in der Farbe, breit und groß. |
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| 79 | Als ich noch einmal blickte nach der Stelle, |
Sah ich auf höchster Stufe die Gestalt |
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In solcher Glorie, die so blendend helle |
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| 82 | Zurück von ihrem blanken Schwerte prallt, |
Daß, wie ich auch mich zwang hinein zu schauen, |
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Mein Aug' sich senkte vor des Strahls Gewalt. |
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| 85 | "Was wollt Ihr, wer ist auf dem Pfad, dem rauhen |
Euer Führer?" frug der Wächter; und Virgil: |
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"Wir folgten gern der herrlichsten der Frauen, |
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| 88 | Mit Allem hier vertraut, voll Mitgefühl; |
Sie kam mit ihrer Hülfe uns entgegen, |
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Sie sprach: "Da ist das Thor, Ihr seid am Ziel". - |
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| 91 | "Und weiter helf sie Euch auf guten Wegen", |
Erwiedert' er, "nun kommt nur ohne Scheu, |
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Betretet diese Stufen Euch zum Segen." |
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| 94 | Als vor der ersten jetzt ich stand der drei, |
Da warf der weiße Marmor mir, der glatte, |
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Zurück mein Bild, dem Spiegel gleich, getreu, |
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| 97 | Noch dunkler schien als Purpur mir die Platte, |
Die zweite, und gesprengt durch Feuersgluth, |
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Da kreuz und quer sie tiefe Risse hatte; |
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| 100 | Und röther noch als Porphyr, roth wie Blut, |
Das eben aus der Ader spritzt, die dritte, |
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Auf der der Engel mit den Füßen ruht. |
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| 103 | Die Schwelle ist Demant, wo in der Mitte |
Der Wächter thront; und diese Stufen schiebt |
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Mich jetzt mein Hort hinauf und mahnt: "Nun bitte, |
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| 106 | Daß er dir aufschließt und dir Einlaß gibt." |
Da warf ich hin mich vor des Engels Füße, |
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Und schlug mir dreimal an die Brust betrübt, |
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| 109 | Erbarmen flehend, und daß auf er schließe. |
Doch mit des Schwertes Spitze siebenmal |
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Ritzt' er, damit ich sieben Sünden büße, |
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| 111 | Ein S mir auf die Stirn. "Sieh, Mal für Mal |
Mußt du dich drinnen wegzuwaschen mühen!" |
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Er sprach's, und aus dem Kleid wie Asche fahl, |
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| 114 | Sah ich ihn einen goldnen Schlüssel ziehen |
Und einen silberklar; er braucht' die zwei |
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So gut, indeß ich lag noch auf den Knien, |
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| 117 | Den weißen erst, den gelben dann, daß frei |
Von Sorge ward mein Herz durch solche Gnade. |
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"Greift einer", sprach er, "welcher es auch sei, |
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| 120 | Nicht recht in's Schloß, so sind versperrt die Pfade. |
Mehr ist der gold'ne werth, doch Kunst auch wird |
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Von dem erfordert, der mit diesem grade, |
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| 123 | Dem silbernen, den Knoten erst entwirrt. |
Mir gab sie Petrus; das sind seine Worte: |
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"Beim Oeffnen kannst du fehlen, doch es irrt |
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| 126 | Sich leichter der, der zugesperrt die Pforte |
Vor Einem hält, der reuig und beklemmt |
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Vor ihm sich niederwirft." Zum Reinigungsorte |
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| 129 | Stieß er das Thor auf: "Geht nun ungehemmt, |
Doch schaut nicht um, sonst müßt zurück Ihr kehren." |
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Jetzt hoben, als hätt' sich das Thor gestemmt, |
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| 132 | Die Angeln aus den Zacken sich, die schweren. |
So laut hat einst Tarpeja nicht gekracht, |
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Da man Metellus, um den Schatz zu leeren, |
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| 134 | Ihr nahm, nicht widersetzt mit solcher Macht |
Wie dieses Thor, dem Feinde sich dem schlimmen; |
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Doch hatt' ich jetzt auf andre Dinge Acht, |
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| 137 | Denn aus dem Innern drangen süße Stimmen, |
Die untermischt mit lieblichem Getön, |
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So daß die Worte, wie sie oft verschwimmen |
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| 140 | Bei einer Orgel summendem Gedröhn, |
Auch hier im Strom der Klänge untergingen, |
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Nur: "Gott dich loben wir!" konnt' ich verstehn, |
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| 143 | Und heut noch hör' im Geist ich's widerklingen. 16.10.2006 |