Purgatorium. 18. Gesang. |
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| Das Wesen der Liebe zu erklären, ihren Werth, ihre Entstehung und die Verantwortlichkeit des Menschen im Verhältniß zu dieser weltbewegenden Leidenschaft zu erläutern, alles dies bildet den Hauptinhalt des achtzehnten Gesanges. Die Quintessenz der verwickelten, philosophischen Auseinandersetzung erscheint dem Laien folgende: Die Liebe ist an sich ein edler Trieb im Menschenherzen, schon allein darum, weil sie den Egoismus aufhebt, mindestens abschwächt. Deßhalb vergleicht sie der große Denker mit seinem Wachs, welches ja an sich ein guter Stoff ist; um aber ein schönes Siegel herzustellen, genügt das feine Wachs noch nicht, man muß auch ein schön geschnittenes Bild darauf pressen. So kommt es auch bei der liebenden Seele, welche weich wie Wachs ist, darauf an, welches Bild ihr eingedrückt ist. Soll die Liebe als gut gelten, so muß auch das eingeprägte Bild ein gutes sein. Für die erste Regung, wird sie auch durch einen unwürdigen Gegenstand hervorgerufen, kann der Mensch nicht verantwortlich gemacht werden, wohl aber für das (247) willenlose Hingeben der Seele an eine solche, von Vernunft und besserer Einsicht verdammte Leidenschaft. Hier wird nun als Auskunftsmittel zu einer absichtlichen Selbsttäuschung gegriffen. Weil sich Jeder schämt, seine Liebe an einen unwürdigen Gegenstand zu verschleudern, so muß die Phantasie diesen umbilden und verschönern. Die Sehnsucht nach dem Ideal, welches dem Geist, wie eine Erinnerung an einen früheren seligen Zustand, vorschwebt, macht sich geltend. Bald hat der Mensch sich ein solches, oft aus den schlechtesten Stoffen, geschaffen. Im Hinblick darauf könnte man solche Liebe eine Krankheit der Phantasie nennen. Daß dies der Grundgedanke des Dichters ist, wird sich in dem folgenden Kapitel, auf das wir hier verweisen müssen, zeigen. Die trräumerisch weiche Stimmung, welche Dante beim Schluß dieses Gesanges überschleicht, ist die passende Einleitung für den Vorgang im nächsten: das persönliche Erscheinen der Sirene. Was hier in diesem Kapitel nur erst gedacht und gefühlt wird, geht in dem folgenden in die Wirklichkeit über und krystallisirt sich gleichsam in einer Person. Die mitwirkende Gnade, als eine edle Frau gedacht, vernichtet das Schemen, die Sirene. Ehe diese allgemeinen Betrachtungen sich zu einem persönlichen Konflikt zugespitzt haben, die Begegnung Dantes mit der Sirene, und eine überirdische Erscheinung, die mitwirkende Gnade, den Faden zerreißt, wird auf den guten Willen hingewiesen. Die großen Denker haben, indem sie die Freiheit desselben betonten, der Welt die Sittlichkeit gerettet. Nur das Bewußtsein der Verantwortlichkeit kann ja den von Leidenschaften hin- und hergerissenen Menschen auf der Bahn des Guten erhalten. Der Dichter, welcher das allzu Methodische vermeidet, bricht diese Betrachtungen früher ab, als es in der Erklärung geschehen, um zur Bestrafung der Trägen überzugehen. Die Beispiele treten wieder an die Stelle der Reflexionen: also Maria's Gang auf's Gebirge zur Elisabeth, Cäsars Belagerung von Marseille, welches er einnehmen wollte, um dadurch zugleich Ilerda, eine spanische Stadt, in seine Gewalt zu bringen. Abmahnend sollen wirken das Zaudern der Israeliten auf ihrem Zug in's gelobte Land, womit sie den Jordan der Freude beraubten seine Erben zu sehen, die Verzagtheit der Trojaner, welche den Aeneas begleiteten, nach der Landung in Sicilien aber sich dort ansässig machten, dem Sohn des Anchises nicht weiter folgen wollten und so des Ruhmes verlustig gingen, Mitbegründer des römischen Staates zu werden. Redend tritt in diesem Kapitel nur der Abt von St. Zeno in Verona, Gerhard, auf. Er prophezeit das nahe Ende des Albert della Scala, des obersten Machthabers dieser Stadt, welcher seinen mißrathenen Sohn zum Abt des genannten Klosters gemacht hatte. Erwähnt wird noch an merkwürdigen Oertlickeiten Pietola, das Andes der Römer, ganz dicht bei Mantua gelegen, (248) und Theben in Böotien, wo die Flüsse Ismenus und Asopus strömen, der Schauplatz der Bacchusfeste. Zu bemerken ist noch in astronomischer Beziehung, daß der Mond jetzt auf der Linie steht, auf welcher sich die Sonne hinabsenkt, wenn man sie von Rom aus zwischen Sardinien und Corsica untergehen sieht. | |
| 1 | Geendet hatte der erhab'ne Lehrer, |
| Und sah mich an, ob Alles ich gefaßt, | |
| Doch Zweifel, deren Lösung schwer und schwerer | |
| 4 | Mich dünkte, ließen mir nicht Ruh noch Rast. |
| Ich schwieg nach Außen zwar, nicht in Gedanken. | |
| "Das Fragen", sagt ich mir, "fällt ihm zur Last." | |
| 7 | Er aber machte, merkend wohl mein Schwanken, |
| Mir redend, Muth zum Reden; ich begann: | |
| "Wie viel Erkenntniß hab' ich dir zu danken, | |
| 10 | So weit mir dein Verstand vorleuchten kann, |
| Wird sich für mich noch jedes Räthsel lösen; | |
| In deinem Licht wuchs meine Sehkraft an. | |
| 13 | So mache klar mir denn der Liebe Wesen, |
| Die Gutes schafft und fördert wahres Glück, | |
| Doch auch der Grund ist, ach so vieles Bösen." | |
| 16 | "Richt scharf auf mich jetzt deinen Geistesblick, |
| Dann kommst vom Irrthum Jener, die sich drüben | |
| Zu Führern aufgeworfen, du zurück. | |
| 19 | Der Seele Art ist's rasch sich zu verlieben, |
| Ergreifen will sie, was den Blick bestach, | |
| Vom Wohlgefall'n zum Handeln angetrieben; | |
| 22 | Die Wirklichkeit läßt oft ein Bild dir nach, |
Du hegst und pflegst es treu in deiner Seele, |
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Und was vielleicht an Reizen ihm gebrach, |
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| 25 | Ersetzt die Phantasie, daß Nichts ihm fehle. |
Dies fremde Sein ziehst an du mit Gewalt, |
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Damit es deinem Sein sich ganz vermähle: |
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| 28 | Und das ist Liebe! Sieh das Feuer wallt |
Nach angebor'ner Art stets in die Höhe, |
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Weil Dauer nur sein stofflicher Gehalt |
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| 31 | Im Aether hat; so, wenn ich's recht verstehe, |
Strebt auch die Liebe, die zur Sehnsucht ward |
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Nach des geliebten Gegenstandes Nähe, |
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| 34 | Denn Sehnsucht ist Bewegung geist'ger Art, |
Und im Genuß erst ruhen diese Triebe; |
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Im Leben hast du's wohl schon oft gewahrt, |
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| 37 | Daß gut von vornherein nicht ist die Liebe, |
Auf's Ziel kommt's an; doch sei's dahingestellt; |
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Ich frag, wenn dir vielleicht ein Zweifel bliebe, |
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| 40 | Ob jedes Zeichen man für gut schon hält, |
Weil gutem Wachs dies Zeichen eingegraben?" |
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Und ich: "Kommt Liebe durch die Außenwelt |
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| 43 | In's Herz uns, bietet selbst uns ihre Gaben, |
Und geht die Seele mit demselben Fuß, |
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Ob gut, ob böses Ziel im Aug' wir haben, |
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| 46 | Warum denn die Verantwortung am Schluß? |
So weit als die Vernunft reicht", sprach er offen, |
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Belehr' ich dich, was weiter liegt, da muß |
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| 49 | Verweisen ich auf Beatrix dein Hoffen, |
Denn das ist Glaubenswerk. Besondrer Kraft |
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Hat Alles was verwebt mit Erdenstoffen, |
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| 52 | Doch Stoff allein nicht ist; die Eigenschaft |
Verschied'ner Wesen läßt heraus sich finden |
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An ihrem Handeln erst, wie Lebenssaft |
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| 55 | Des Baums uns grüne Blätter erst verkünden. |
Woher die Urbegriffe, was erregt |
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Die Triebe, ist unmöglich zu ergründen. |
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| 58 | Idee und Trieb scheint Euch in's Herz gelegt, |
Wie Trieb zum Honig machen in die Bienen; |
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Und solch ein Trieb, so willenlos gehegt, |
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| 61 | Kann Strafe nicht und auch nicht Lohn verdienen, |
Doch ihm, der an sich selbst nicht schuldig macht, |
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Gesellt der Wille sich; wir müssen sühnen |
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| 64 | Was wir mit seiner Zustimmen vollbracht. |
Der Wille ist der Geist des Raths; die Schwelle |
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Der Einwill'gung wird treu von ihm bewacht, |
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| 67 | Entscheidung giebt nur er für alle Fälle, |
Läßt ein und weiset ab, wie's ihm gefällt; |
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Hier ist des Lohns und auch der Strafe Quelle. |
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| 70 | In Frag' ward diese Freiheit nie gestellt |
Von großen Denkern, neuen oder alten, |
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Die so bewahrt die Sittlichkeit der Welt. |
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| 73 | Wenn Liebe denn durch äußere Gewalten |
In's Herz Euch dringt, so habt Ihr doch die Macht |
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Sie abzuweisen oder zu behalten. |
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| 76 | Da sie von edler Kraft sprach, hat gedacht |
An diesen Willen, Beatrix, die weise." |
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Der Mond stand jetzt, denn fast war's Mitternacht, |
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| 79 | Wie'n glühender Kessel, roth und rund, im Gleise, |
Das von der Sonne wird zur Zeit durchglüht, |
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Wo zwischen Sarden ihre Tagereise |
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| 82 | Und Corsen sie, der Römer enden sieht. |
Der Geist, um dessentwillen auf der Erden |
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Erwähnung mehr noch Pietola's geschieht |
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| 85 | Als Mantuas, hatte nun mich der Beschwerden |
Des Zweifels ganz entledigt. Noch erwog |
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Die Fragen ich, und wie gelöst sie werden, |
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| 88 | Als aus dem Traum ein Lärm mich plötzlich zog. |
Nicht sah sich solchen Sturm und Drang erheben |
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Asopus und Ismenos je, nie flog |
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| 91 | Solch wild Getümmel durch das alte Theben, |
Wenn sich die Stadt vereint zu Bacchos Lob |
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Und jauchzend feierte den Gott der Reben, |
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| 94 | Als jetzt in unserm Rücken sich erhob. |
Der Schaar voraus, die Liebe hetzt zum Heile, |
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Sah zwei ich rennen; als vorbei sie stob, |
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| 97 | Da riefen diese: "Auf's Gebirg, das steile |
Lief schnell Maria; um Marsilia rang |
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Ilerdas Willen, Cäsar und in Eile |
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| 100 | Zog er nach Spanien dann, das er bezwang. |
"Rasch, rasch" so mahnten Andre aus dem Haufen, |
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"Die Gnade grünt auf's Neu, die welk schon lang, |
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| 103 | Wenn wir nur eifrig sind; kommt laßt uns laufen!" |
"Ihr, die Ihr sucht, die Zeit, die eingebüßt |
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Aus Lauheit drüben ward, zurückzukaufen, |
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| 106 | Und gut zu machen, was Ihr unterließt," |
So sprach Virgil: "Zeigt diesem Mann die Stiege, |
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Ihm, dem das Blut warm in den Adern fleißt, |
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| 109 | Denn seht er lebt, ich sage keine Lüge, |
Und will den Berg hinan, ohn' Aufenthalt, |
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So lang die Sonne Licht giebt zur Genüge!" |
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| 112 | "Folgt uns, so findet Ihr gewiß den Spalt, |
Nicht stillstehn können wir, ja kaum die Schritte |
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Ein wenig mäß'gen nur, denn mit Gewalt |
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| 115 | Treibt wahre Lieb uns fort, trotz deiner Bitte. |
Wir üben an uns selbst Gerechtigkeit, |
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Doch gegen dich ist's Mangel guter Sitte. |
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| 118 | Abt von San Zeno war ich zu der Zeit |
Des guten Rothbart, der an Leib und Habe |
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Die Bürger Mailands strafte, die noch heut |
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| 121 | Deß eingedenk. Mit einem Fuß im Grabe |
Steht der, der bald um dieses Kloster schon |
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Wird trauern, da belehnt er mit dem Stabe |
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| 123 | Anstatt des rechten Hirten, hat den Sohn. |
An Leib und Seele schlecht, und schlecht geboren, |
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Herrscht in Verona er, der Welt zum Hohn." |
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| 127 | Sprach er noch mehr und kam's mir nicht zu Ohren, |
Schwieg still er schon, da rasch er los sich riß, |
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Nicht weiß ich's, denn er ging mir bald verloren. |
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| 130 | Doch dies behielt ich, und geschieht's gewiß! |
Mein Helfer hob jetzt an: "dort kommen Zweie, |
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Die Letzten sind's! gieb Acht, manch scharfen Biß |
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| 133 | Versetzt ihr Mund der Trägheit stets auf's Neue." |
"Das Volk, vor dem der Herr zurückgestaut |
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Das Meer einst hatte, starb, das ungetreue, |
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| 136 | Eh' noch der Jordan seine Erben schaut; |
Und jenes, das Anchises Sohn, dem kühnen, |
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Nicht folgte, weil's vor Mühsal ihm gegraut, |
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| 139 | Verlor den Ruhm, den Träge nicht verdienen." |
So riefen sie, und schossen fort im Lauf. |
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Da stieg, als nichts mehr war zu sehn von ihnen, |
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| 142 | Mir ein Gedanke neu und lockend auf, |
An den sich Andre reihten ohne Säumen; |
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Die Augen fielen zu mir bald darauf. |
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| 145 | Dies Denken, süß bestrickend, ward zum Träumen. 25.11. 2006 |