Portrait: Nach Frontispiz aus Jagemann's Dt.-Ital. Wörterbuch. (Nach Kupferstich von J. H. Lips)
Chr. Joseph Jagemann
C. J. Jagemann: Biographie
Von der Divina Commedia des Dante
Die Biographie des Saverio Bettinelli
"Die Hölle des Dante Alighieri"
(letzte Änderungen/Korrekturen/Reparaturen Canti 1-34 am 26. Oktober 2008)
Aus La Divina Commedia hat Jagemann nur l'Inferno übersetzt. Diese Übersetzung erschien im "Magazin der italienischen Litteratur und Künste", Band I, II und III, Weimar 1780 (Canto I bis XV), in Band V, Jahrgang 1781 (Canto XVI - XXVI) und in Band VI, Jahrgang 1782 (Canto XXVII-XXXIV)
In der Abschrift ist Jagemanns Zeilenumbruch, Zeichensetzung und (manchmal inkonsequente) Ortographie beibehalten. So findet man u. v.a. die Schreibformen Blik/Blick, Pabst/Papst, Thurn/Thurm, öfnen/öffnen. Korrigiert sind nur Setzfehler wo Buchstaben wie z. B. u und n, b und d, s und f vertauscht wurden.
Biographie C. J. Jagemanns
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Aus: "Allgemeine Deutsche Biographie", Verlag Duncker & Humblot, Leipzig 1831: "Jagemann, Christian Joseph, ein um
das Studium der italienischen Sprache und Litteratur in Deutschland
sehr verdienter Gelehrter, geb. 1735 in Dingelstedt auf dem Eichsfelde
(jetzt in der preußischen Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Erfurt,
Kreis Heiligenstadt), gest. am 4. oder 5. Februar 1804 zu Weimar als
herzoglicher Rath und Bibliothekar der verwittweten Herzogin Anna Amalia,
war von seinen katholischen Eltern gegen seine Neigung für den
Mönchstand bestimmt worden. Als er aber bei der gewohnten Versetzung
der Novizen aus dem Augustinerkloster zu Erfurt nach Constanz gebracht
wurde, entzog er sich dem Klostergelübde, welches er, nachdem er
das 18. Jahr vollendet hatte, ablegen sollte, durch die Flucht. Nach
einer mühseligen Wanderschaft kam er über Hamburg nach Dänemark,
wo er zwei Großonkel aufsuchte, die ihm eine Hauslehrerstelle
in einem adeligen Hause verschafften. Aus Liebe zu Eltern und Vaterland
kehrte er nach zwei Jahren zu seinen Eltern zurück, söhnte
sich mit ihnen aus, und machte dann auf ihren Wunsch eine Pilgerfahrt
nach Rom, um von dem Papst Dispensation zu erlangen. In Rom erhielt
er nach langem Harren den Befehl, in dem Kloster Santo Spirito zu Florenz
die Entscheidung abzuwarten, und erst nach mehreren Jahren wurde ihm
seine Bitte gewährt. A. M. Bandini, der in seinem Catalogus cod. graec. Bibliothecae Mediceae Laurentianae, Tom. I, Florentiae 1764, p. 279, eine Homilie des Johannes Chrysostomus mit einer von J. verfertigten lateinischen Uebersetzung mittheilt, bezeichnet ihn als "F. Gaudiosus Iagemann Augustinianae Familiae Lector." Meusel, Gelehrtes Teutschland, Bd. 3, S. 504, sagt, er sei Regent der Studien beim Augustinerorden gewesen. Als Weltgeistlicher und Beichtvater der Deutschen
blieb er in Florenz, wo er auch Mitglied der Akademie wurde, bis ihn
endlich eine fehlgeschlagene Hoffnung in das Vaterland zurücktrieb.
Dort ernannte ihn der Kurfürst von Mainz Joseph Emmerich zum Director
des neuorganisirten katholischen sog. Emmericianischen Gymnasiums zu
Erfurt, das am 5. Januar 1774 feierlich eröffnet wurde. Nach dem
in demselben Jahre erfolgten Tode des Kurfürsten (11. Juni) verlor
er die Stelle und begab sich nach Weimar, wo er am 25. August 1775 zum
Bibliothekar bei der Privatbibliothek der Herzogin Regentin und am 18.
November 1785 zum Rath ernannt wurde. In Weimar wurde er, wahrscheinlich
bald nach seiner Uebersiedelung, Protestant. - Von Jagemanns Schriften
seien folgende genannt: "Antologia poetica italiana"
(2 Bde., 1776-77), "Geschichte der freien Künste und Wissenschaften
in Italien" (5 Bde., 1777-81), welche bis 1500 reicht und eine
freie Bearbeitung von Tiraboschi's "Storia della letteratura
italiana" ist, "Briefe über Italien" (3 Bde.
1778-85), - darin auch eine Uebersetzung der ganzen Hölle Dante's
in fünffüßigen reimlosen Jamben, aber ohne alle strophische
Gliederung - , "Italienische Sprachlehre" (1792, 2. Ausg.
1801), "Anfangsgründe von dem Bau und der Bildung der Wörter
der italienischen Sprache" (1801), "Dizionario italiano-tedesco
e tedesco-italiano" (4 Bde., 1803. (Titelseite s. u.)). Noch
sei bemerkt, daß er zwei und ein halbes Jahr lang ein politisch-litterarisches
Wochenblatt in italienischer Sprache unter dem Titel "Gazzetta
di Weimar" (1787-89) herausgegeben und daß er von Goethe's
"Hermann und Dorothea" eine italienische Uebersetzung in versi
sciolti veröffentlicht hat. "
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Harpokrates. Ny Carlsberg Glyptotek Kopenhagen. Fot. CN