INDEX oder MISCELLANEOUS

Der Teutsche Merkur.

Juli 1784.

C. J. Jagemann:

Von der natürlichen Beschaffenheit

des Großherzogthums Toskana, I.

Der Teutsche Merkur 1784.

     In meiner Geographischen Beschreibung des Großherzogthums Toskana, die mein Bruder, der Doktor Johann Michael Jagemann, Landphysikus auf dem Eichsfelde, aus dem Italienischen übersetzt, und die Ettingerische Buchhandel zu Gotha ans Licht gestellt hat, ist die natürliche Beschaffenheit dieses Landes ziemlich vollständig beschrieben worden. Die Nachrichten sind aber daselbst in den verschiedenen Provinzen, Distrikten und Oertern zerstreuet, und lassen sich um so vieles vermehren, besonders wenn man die Absicht hat, die Wißbegierde eines Fremden, die sich weit über die Grenzen eines Geographischen Traktats erstreckt, zu befriedigen. Ich will, lieber Freund, alles was mir von dem natürlichen Zustande eines von mir so lang bewohnten glücklichen Landes einfällt, in ein Bild zusammenfassen, theils Ihnen zu gefallen, theils meinen eigenen Geist an einem mir so lieben Gegenstande zu weiden. Ich werde mich nicht so sehr einschräncken, daß ich nicht manchesmal in andere Fächer ausschweife, oder die Sachen nicht niederschreibe, wie sie mir einfallen. Um mich dieses vorbehaltenen Rechts gleich von Anfang zu bedienen, fange ich von der neuen Landstraße an, die nach Toskana führt.

     Die ordentliche Poststraße von Modena nach Florenz gehet nun nicht mehr über Bologna, sondern rechter Hand über Pistoja. Seitdem die Modenesische Erbprinzessin mit dem Erzherzog Ferdinand vermählt ist, sind Modena und Florenz vermittelst einer ganz neuen Landstraße, auf beyder Höfe Unkosten, mit einander verbunden worden. So weit sie in Toskana reicht, hat der Abt Ximenes, Großherzoglicher Mathematikus, und im Modenesischen der berühmte Boscowich 01, öffentlicher Lehrer der Mathematik zu Paris, die Aufsicht darüber gehabt. In Ansehung der neuen Einrichtung der Posten fängt sie eigentlich schon zu Mantua an; und an vielen Orten, wo sonst weder Posten noch Herbergen waren, sind solche errichtet, und bequem angeordnet worden. Im Toskanischen Theil sind 3 3/4 Posten, die erste von Pistoja bis Piastre, die zweyte von Piastre nach St. Marcello, die dritte von S. Marcello nach Piano Asinatico, und die letzte welche nur drey viertel einer Station ausmacht, von Piano Asinatico bis Bosco Lungo. Im Modenischen sind 9 1/4 Posten, das ist von Bosco Lungo nach Pieve a Pelago 1, Birigazzo 1, Montecenere 1, Paullo 3/4, Serra de Mazzoni 3/4, S. Venanzio 1, Formigine 3/4, Modena 3/4, Carpi 1 1/4, Novi 1. Im Mantuanischen sind 2 3/4 Posten: S. Benedetto 1 1/4, Mantua 1 1/2. In diesen drey interessirten Staaten ist festgesetzt worden, daß ein Courier bey jeder Post für ein Gespann Pferde 6, und ein jeder anderer Reisender 8 Paoli, deren 19 1/2 einen Holländischen Dukaten ausmachen, für ein Pferd zum Vorreiten 3, und für ein Pferd, das keinen Wagen begleitet, 4 bezahle. Das Trinkgeld für den Postillon (la Benandata) beträgt für jedes Paar Pferde 2 Paoli, bey jeder Station, wenn sie auch keine ganze Post ausmacht. Wenn man die Posten von Pistoja bis zu Piastre, und von Piano Asinatico nach Bosco Lungo ausnimt, wo man auch mit einer zweyräderigen Fuhre 3 Pferde nehmen muß, so ist man nicht verbunden, mehr Pferde zu bezahlen, als Räder an der Fuhre sind. Zwey oder eine Person mit 200 Pfund Bagage, nehmen 2 Pferde, vier Personen, mit 400 Pfund, oder mit 2 Bedienten und 300 Pfund, nehmen 4 Pferde; haben sie aber mehr Bagage, so müssen im ersten Falle 3, und im zweyten 6 Pferde genommen, und nach Proportion der Pferde auch das Trinkgeld bezahlt werden. Jedoch soll es den Fuhrleuten (Vetturini) welche einen Fremden wohin gefahren haben, wie vorher erlaubt seyn, auf ihrer Rükkehr andere Fremden mitzunehmen. Es ist nicht zu läugnen, daß Bologna durch diese neue Straße keinem geringen Verlust leidet; denn die befrachteten Fuhren, und solche Reisende, denen nicht sonderlich daran gelegen ist, diese Stadt zu sehen, bedienen sich vortheilhafter der neuen Landstraße. Doch wird diese Stadt jederzeit von fremden Nationen besucht werden.

     Ich habe die Wahrheit, daß die Sprache der Landleute sich nach dem Dialekt der Oerter, wo der Sitz ihrer Gerichtsbarkeit ist, bildet, nirgends auffallender bestätigt gesehen, als zwischen Bologna und Florenz. In einem Walde ist die Grenzscheidung. Bis dahin sprechen die Menschen auf einer Seite Bolognesisch, welches einem Toskaner fast ganz unverständlich ist, und auf der andern rein Toskanisch. Auf dieser Seite bemerkt man an dem Bauer eine feinere Denkart, und ein besser ausgeschliffenes Wesen. Er hat einen edlen Blick, bewillkommt und grüßt den Fremden auf eine freyere und höflichere Art. Weil der Toskanische Adel und die Bürgerschaft sich viel um die Landwirtschaft bekümmern, und sich mit ihren Bauern sowohl in der Stadt als auf dem Lande sehr viel abgeben, so werden diese hierdurch mehr gesittet, und mehr aufgeklärt.

     Toskana halte ich für das schönste und glücklichste Land in Italien; denn ob es gleich daselbst noch andere schöne und fruchtbare Länder giebt, so ist doch keins, wo sich mit der Schönheit und Fruchtbarkeit der Natur der Fleiß und gute Geschmack der Einwohner so sehr paare, als in Toskana. Wenn wellenförmige Gestalten in der Natur die schönsten sind, so ist der Grund und Boden gewiß der schönste. Runde Hügel und sanft eingebogene Thäler wechseln beständig miteinander ab. Wo sich jene etwas höher erheben, und dem Apennin nähern, da sind sie mit Kastanien-Wäldern und andern nützlichem Gehölze bedeckt; wo sie sich aber als Zweige von dem ursprünglichen Apennin mehr entfernen, und sanftere Anhöhen bilden, da sind sie mit Weinstöcken, Oliven- Citronen- und Pommeranzen- und allerhand Obst-Bäumen bekleidet. Was diesen Anblick noch unendlich verschönert, das sind die unzähligen Lustschlösser, womit diese fruchtbaren Hügel gleichsam besäet sind. Dieses herrlichen Anblicks genießet man nirgends besser, als wenn man von Bologna herkommt, und den letzten Gipfel des Apennins erreicht hat, wo man die darunter gelegene Stadt Florenz überschauen, und in das Thal des Arno einen freyen Blick werfen kann. Man könnte hier die vielen Lustschlösser, vor eine viele Meilen weit fortgesetzte Stadt, und die mit schöner Ordnung bepflanzten Anhöhen, vor Gärten ansehen. Auch ist wirklich der ganze Erdboden in Toskana eine Art von Garten, besonders im Florentinischen Gebiete. Denn die Land-Güter sind überall mit Mauern oder Zaunen eingeschlossen, und auf dem Saatlande stehen auch lange Reihen von Obstbäumen, Weinstöcken, und Oliven-Bäumen, welche mit schönen Spazier-Gängen, die zu den Lustschlössern und Bauern-Häusern führen, durchschnitten sind.

     Der Apennin und die vielen Berge und Hügel, welche von jenem, wie die Ribbe vom Rückgrad. ihren Ursprung haben, und sich durch Toskana in verschiedenen Richtungen erstrecken, bringen den Einwohnern allerhand wichtige Vortheile. Neben den schönen Aussichten, die sie bilden, und der gesunden Luft, die man auf denselben athmet, beschützen sie das Land vor der verderblichen Kälte des Nordwinds, und versehen es mit den reinsten Wasserquellen, mit mineralischen Gesundbrunnen und Bädern, mit Flüssen und Bächen, welche die Ebenen und Thäler bewässern, mit allerhand Gattungen von Marmor und andern nützlichen Steinen, und Mineralien. Von den höchsten Spitzen der Berge Falterona, Morello, Calvana, welche an das Mugellanerthal grenzen, kann man bey hellem Wetter das Tyrrhenische und Adriatische Meer auf das deutlichste erblicken. Obgleich diese hohen Berge vom späten Herbst bis in die Mitte des Frühlings mit Schnee bedeckt sind, so beschützen sie doch das eingeschlossene Thal Mugello, und den an ihre westliche und südliche Seite grenzenden Theil von Toskana vor dem Frost. Man sollte beym ersten Anblick denken, das gesagte Thal und seine kleinen Hügel lägen dem Frost selbst im Rachen. Aber das nördliche Gebirg Falterona bewirkt so viel wider die Kälte, daß es an Oliven, Wein, Gartengewächsen, Orangerien und Getreide sehr fruchtbar ist. Es hat sogar die Erfahrung gelehrt, daß, wenn das edlere Obst in vielen niedrigern Theilen des Großherzogthums durch kalte Nächte zu grund gerichtet worden ist, es sich dennoch in diesem Thale erhalten hat. Ob man's gleich von einem Ende zum andern übersehen kann, so enthält es doch neben einigen Städtchen, und vielen Flecken, über 200 Landhäuser und Lustschlösser, und über 25-tausend Einwohner, welche das beste Hornvieh, und die schmackhaftesten Käse und Butter nach Florenz liefern.

     Was von den Mugellaner Bergen noch besonders angemerkt zu werden verdient, ist ihr Reichthum an Eichen, Buchen, Fichten, und Kastanien-Wäldern. Hätte La Lande diese Gegend besucht, so würde er nicht geschrieben haben, es fehle Toskana an beträchtlichen Waldungen. Ohne diese Wälder würde das Mugellaner Thal schon längst in einen wüsten und öden Grund verwandelt worden seyn. Die Regengüsse und der geschmolzene Schnee würden die kahle Reihe der Berge in die Tiefe hinabgewaschen haben; die die Bette der Bäche und wilden Ströhme würden hierdurch erhöhet, und das ganze Thal durch öftere Überschwemmungen zu einen Sand- und Steinhaufen geworden seyn, noch viel ärger, als es in dem sogenannten Pistojesischen Gebirg (Montagna di Pistoja) geschehen ist. Auch dieses Thal, welches sich 30 Italienische Meilen in die Länge, und 8 in die Breite erstreckt, ist Nord-Ost und Südwärts vom Apenninischen Gebirg umgeben. Vor 200 Jahren, da die Berge, die es umgeben, noch ganz mit Waldungen bedeckt waren, wurde es wegen seiner außerordentlichen Fruchtbarkeit das goldene Gebirg genannt, und war sehr reich an Bevölkerung. Itzt, da die Berge nördlicher Gegend ihrer Holzungen entblößt sind, und das Thal nicht nur der Nordluft ausgesetzt, sondern auch durch herabgeschwemmte Steine und Kies verschlimmert worden ist, miß die kleine Anzahlt von 9000 armen Einwohnern sich von Kastanien-Brod ernähren.

     Die Gebirge dienen nicht nur Toskana vor den kalten Winden zu schützen; sie geben diesem Lande auch einen solchen Reichtum an Flüssen und Bächern, an Gesundbrunnen und mineralischen Quellen, daß kein Land hierin mit demselben zu vergleichen ist. Neben dem Hauptfluß Arno bewässern das Florentinische, Pisanische und Sinesische Gebiete über 200 Flüsse. Die vornehmsten geben den fruchtbarsten Ebenen oder Thälern ihre Namen. Dergleichen sind Valdarno, Valdichiana, Valdinievole, Valdevola, Valdelsa 02, Valdicecina. Wo ist irgendowo ein Raum von 240 Quadratmeilen, der von so vielen nahmhaften Flüssen bewassert werde? Man kann nicht läugnen, daß diese Flüsse oft große Schaden anrichten; sie haben aber den Toskanern bei Zeiten Gelegenheiten gegdben, die Hydraulik zu studieren, und durch vorsichtige Schutzwehren sich wider sie zu verwahren. Sie haben Ursach die Menge Flüsse als ein gütiges Geschenk der göttlichen Vorsehung zu betrachten; denn da der ebnere Theil des Landes, welcher ans Meer grenze, allzuniedrig ist, als daß er dem Regenwasser und den stehenden Sümpfen einen Abfluß ins Meer geben könne, so würde dieser Theil ganz unwohnbar seyn, wenn er nicht vermittelst der Flüsse von dem unreinen Gewässer gesäubert würde. Es führen sogar auch viele diese Flüsse eine fruchtbare Erde mit sich, wodurch ein großer Theil der ehedem morästigen Gegenden ausgefüllt und urbar gemacht worden ist.

     Die mineralischen Quellen, welche Toskana dem Gebirge zu verdanken hat, sind unzählig. Eine jede Provinz, und ich möchte fast sagen ein jeder kleiner Distrikt ist damit versehen. Die vornehmsten Gesundbrunnen sind jene bei der Stadt Pisa unter Monte S. Giuliana, Asciano, Vicascio, Noce, Parlascio, Bagno a Restone, Bagno di S. Michele, Montecervoli, bey S. Casciano, della Galleria, Madonna del Frassino, Bagno del Rè genannt, und bey Montecatini im Nievoler Thale. Die Ersten bey Pisa sind die berühmtesten, und werden am meisten besucht, weil sie nicht nur sehr heilsam, sondern auch sehr bequem eingerichtet sind. Sie bestehen in 13 Quellen, deren höchste Wärme im Reamürschen Thermometer auf 34, und die geringste auf 24 Grade steigt. In den Quellen hat das Wasser einen schwefeligen fetten Geruch; in einem Glase aber riecht es nicht sonderbar: doch schmeckt es, so lang es warm ist, etwas herb, und hat etwas geistiges. Der berühmte Arzt Anton Cocchi hat in einem eigenen, 1750. zu Florenz herausgegebenen Werke sehr ausführliche Nachrichten von diesem Bade gegeben. Das Wasser des Gesundbrunnens bey Asciano im Pisanischen wird in wohl verwahrten gläsernen Krügen nach Florenz gebracht, und als ein heilsames Mittel wider verschiedene Krankheiten pur und mit Milch vermischt getrunken. Es ist vom Hrn. Hofmedikus Mesny in seiner 1757. zu Florenz gedruckten Analisi dell' acque acidule d'Asciano beschrieben worden. Die warmen Quellen bey dem Dorfe Noce im Pisanischen sprudeln mitten im Fluß Arno hervor. Wenn sich die Krätzigen darin baden, so werden sie unfehlbar geheilt. Ein Ueberrest von einem alten Gemäuer, das hier im Arno noch unter Wasser stehet, und eine dabey liegende Kirche, welche den Namen S. Martino al Bagno antico führt, beweisen, daß vor Alters hier Bäder waren. Im Bagno S. Michele steigt die Wärme auf 37 Grade, und bey Montecerroli (beyde im Volterranischen) auf 33 Grade im Reamürschen Thermometer. Das letzte wurde von den Römern Acquae Volterranae, und das so genannte Bad des Königs Porsenna bey Madonna del Frassino im Sienesischen Gebiete, aquae populoniae genannt. Des Plinius aquæ calidæ ad Vetulonios non procul a mari sind die heissen Moräste unter Campiglia im Sienesischen am Meer, welche Caldane genannt werden. Dergleichen Lagoni von heissem mineralischem Wasser giebt es noch mehrere im niederen Theil der Sienesischen Provinz, welche durchaus sehr reich an Salz, Schwefel und Alaun ist. Aus dem Wasser eines solchen Lagone bey Monte rotondo verfertigte 1775. der gelehrte Hubert Franz Höfer, Großherzoglicher Apotheker, ein wahres Sedativsalz, und verwandelte dasselbe durch den Zusatz des mineralischen Alkali in Borax, welcher von zwey Juwelierern in Florenz, Peintinger und Scortmann, als ächt und brauchbar befunden worden ist. 03

     In vielen Bergen findet man Spuren ehemaliger Erzgruben. 1270. wurden in Ponsaco im Pistojesischen Silber- und Golgruben eröfnet, und die Pistojeser schlugen Münzen, auf deren einer Seite das Bild des H. Jakobs, und auf der andern das Wort Libertas stehen. Noch in den Jahren 1731. und 1757. har man in dieser Gegend bey Sasso Colombino, und im Berg Giumeglio nützliche Versuche gemacht, Kupfer-, Silber- und Bleyerz auszugraben. Wegen des reichen Vorraths an Holz hat man in dieser Gegend eine beträchtliche Anzahl Schmelzofen angelegt, welche hauptsächlich dienen, das Eisenerz welches von der Insel Elba hieher gebracht wird, darin zu schmelzen. Im Distrikt von Pietra Santa finden sich bey Terrinca, Levigliani, Cerreta, Castello, Selvano, Poggio della Prada verlaßene Silber- Kupfer- Eisen- Bley und Zinnober-Gruben, welche meistens unter den Großherzogen des Hauses Medici bearbeitet worden sind. Man verließ die Silbergruben, weil man nicht recht wußte den Zink und Arsenik vom Silber zu scheiden. Cosmus I. und Ferdinand I. ließen die Silbergruben bey Carreta oder Gallena von Brescianischen Knappen bearbeiten. Von diesen stammen die Einwohner des Dorfs Basati unweit Pietrasanta her, welche unter sich eine besondere Bergknappen Sprache reden, die sonst niemand verstehet. Im Vikariat S. Miniato findet man bey Montajone ganze Stücke gediegenen Kupfers von den vollkommensten Art. So wurde auch im Pisanischen bey S. Giovanni della Vena Kupfer, bey Montevaso Gold und Silber, bey Nera im Volterranischen Gold und Kupfer, und im Sienesischen bey Montieri Silber, welches ehedem den mächtigen Bischöffen von Volterra zugehörte, bei Boccheggiano Eisen, bey Prata di Maremma Gold und Silber, wovon die Bischöffe von Roselle den Zehnden erhielten, ausgegraben. Es ist nicht zu zweifeln, daß einige dieser Erzgruben Mühe und Kosten reichlich ersetzen würden, wenn man sie bearbeitete. Ich habe selbst mit den Ungarischen Bergverständigen gesprochen, welche der Großherzog im Anfange seiner Regierung kommen ließ, die Erzgruben zu besichtigen, und allenfals auch zu bearbeiten. Diese versicherten mich, daß einige der Kupfergruben eine reiche Beute abwerfen würden; es würde aber hierzu nöthig seyn, daß Seine Königliche Hoheit diese Arbeit ganz durch fremde Bergleute verrichten ließen, und den verleumderischen Zungen des Neides und Eigennutzes, welche die ersten Versuche dieser Fremden vereitelten und herabsetzten, kein Gehör gäben.

     Ein Liebhaber des Steinreichs sollte folgende Gegenden in Toskana besuchen. In der Nachbarschaft von Prato, ungefähr zwey teutsche Meilen von Florenz, findet sich ein Berg, Monte ferrato genannt, aus welchem mit unsäglicher Mühe Mühlsteine gehauen werden. Der ganze Berg ist eine Masse von Eisen, das mit schwarzem Sandstein von der härtesten Art durch und durch vermischt ist. Die Tiefe der Gruben, die Beschwerlichkeit der Arbeit, und die Jahrszahlen die man hier und da eingehauen findet, beweisen, daß man hier wenigstens 300 Jahr Mühlsteine ausgehauen hat. Die meisten gehen nach England und sind sehr theuer, weil man an einem einzigen ganze Monate arbeiten muß. Bey Barga wird auf Unkosten des Großherzogs schöner Jaspis (Diaspro di Barga) gegraben. Er liegt in Schichten, die oft eine halbe Elle dick sind. In der Gegend von Pietrasanta sind die Berge sogar in ihren höchsten Gipfeln marmorhaltig. In denselben trift man ungeheure Massen des schönsten Marmors an. Daselbst im Thal Rimagno am Abhange des Gebirges wird der weiße Marmor von Seravezza gebrochen, welches viel härter als der von Massa Carrara ist, und sich auch feiner poliren läßt. Lapislazuli findet sich in den Bergen bey dem Flecken Basati. Vielfarbigen Marmor von der besten Art gräbt man in dem nämlichen Distrikt bey Levigliani, den man Marmo mistio, und Persichino di Levigliani nennt, und bey Stazzema den bunten Marmor, der die Benennungen Viperino, Persicchino, Africano, und überhaupt Marmo mistio die Seravezza hat, weil die Leute die mit diesem Marmor Handel treiben, von dem unweit entfernten Ort Seravezza sind. Bey Stazzema wird auch eine ungemein schöne Art marmor, Breccia genannt, gebrochen. Er ist von kleinern Theilen zusamengesetzt, die mit den schönsten Farben prangen, und vermittelst einer versteinerten Kitte zusammenhangen, welche von rother, oft grüner, auch mit Silber und Gold gestreifter Farbe ist. Der Großherzog hat hier einen Bruch von Marmo misto, der sich 6 Ellen hoch weit unter der Erde weg erstreckt. Im Jahr 1572, ward ein großer Obelisk in einem ganzen Stücke hier ausgehauen und nach Florenz gebracht, wo er auf dem St. Markusplatze unter der Erde begraben liegt. Beym Dorf Rimagno ist eine reiche Niederlage von allerhand Marmorarten, mit vielen Hütten der Steinhauer, welche den aus den benachbarten Brüchen herbeygebrachten Marmor sägen und poiiren. Hier ist ein Berg, Monte altissimo genannt, welcher ganz von weißem Marmor zusammengesetzt ist, und darum das Ansehen hat, als wenn er beständig mit Schnee bedeckt wäre. Auf dem benachbarten Berge della Capella findet sich eine Art Alabaster, welcher wegen seiner Härte und großen christallenähnlichen Stücken dem Morgenländischen gleichkommt. Zu Seravezza sind einige Paläste ganz von schönem Marmor aufgeführt, worunter auch Einer ist, der dem Großherzog gehört, und jenseits des Flusses Seravezza liegt. Dieser ganze Distrikt von Pietra Santa (Vicariato di Pietrasanta) enthält ungefähr 11000 Einwohner, welche größtentheils von der Bearbeitung und vom Handel des Marmors leben. Janson hat eine Charte geliefert, worin Seravezza und die Marmorbrüche dieser Gegend abgebildet sind, mit dem fehlerhaften Titel, Lunensium Lapidicinae nobilissimo di Carrara dictae delineatio, Ein Reisender kann auch hier bey dem Dorfe Rosina die Werkstätte sehen, worin man das Eisen, welches von der Insel Elba hergebracht wird, in Stangen und andere Formen gießt, und eine Gewehrfabrik, wo die Flintenläufe durch ein Mahlwerk ausgebohrt werden. Von Stazzema aus erblickt der Reisende mit Vergnügen den Berg Forato, auf dessen Gipfel ein ungeheur großer Marmorfels liegt, welcher in der Gestalt eines Fensters durchlöchert ist. Mit ihm hat das S. Martinsloch auf dem Flimserberg in der Schweitz, und ein anderes auf dem Berg Pertusato in Corsica eine Aehnlichkeit.

     Die Aufmerksamkeit eines Reisenden verdient auch eine sehr große Höhle im Pisanischen Gebiete bey Noce in einem hohen Berg, die mit einer solchen Ordnung ausgebildet ist, daß man sie für ein Werk menschlicher Hände halten sollte. Ihre Oeffnung gleicht dem Eingange eines königlichen Pallastes. Sie führt in einen sehr großen eyformigen Saal, dessen runde Decke sich in einer Kupel endiget. Auf den zwo Seiten des Saals öffnen sich noch zween andere dem Ersten gleiche Eingänge, durch welche man die benachbarten Berge und Hügel übersiehet; und durch die Seite, welche dem vordern Eingang gegenüberstehet, gehet man durch zwey Oeffnungen in zwey andere Grotten, von welchen die auf linker Seite zwiefach ist, und in einem Theile eine Wasserquelle enthält. Der Fußboden ist eben. Die Wände sind mit Tropfstein, rother Erde und weissem Marmor tapezirt. Sie hat viele Jahre einem Eremiten zur Wohnung gedient. Noch viel angenehmer ist die Aussicht auf den nicht weit von der besagten Höhle entfernten und viel höhern Felsen Verrucola, wo man nicht nur alle umherliegende Berge und Ebenen und eine weite Strecke des Toskanischen Meers, sondern auch die Gebürge der Provence, und das Genuesat übersehen kann. Auf der Spitze liegt eine alte Festung, die man nur auf einer in den Felsen eingehauenen Treppe besteiget, und deren Eingang so versteckt ist, daß ihn niemand, als wer des Ortes kundig ist, finden kann. In der Festung, die in zwey großen Thürmen und zwey Basteyen bestehet, ist ein mittelmäßiger Platz, mit zerfallenen Casernen und einer im eilften Jahrhundert gebaueten Kirche, deren Dach verfallen ist. Unter dem Platz sind die Cisternen und Magazine. Ich kann nicht genug sagen wie angenehm diese Aussicht ist. Man entdeckt sogar die Schiffe, die nach Livorno, Genua und in die Provence segeln. Ein Fremder lasse sich die Mühe nicht verdrießen, hinan zu klettern.

     Bey Livorno verdient der Berg Montenero besucht zu werden. Es bildet verschiedene mit Waldung bedeckte Vorgebürge, auf welchem Wachthürme mit Besatzungen stehen, die Afrikanischen Corsaren abzuhalten. Der Berg har einen Ueberfluß an seltnen Kräutern. Die berühmten Beförderer der Kräuterkunde Lucas Ghini und Ludwig Anguillara sammelten hier ihre besten Schätze. Auf der Seite des Meers bestehet der Berg aus schwarzem Marmor und aus Amiant; und an seinem Fuße im Meer werden Korallen gefischt, die aber nicht so groß als die Afrikanischen sind, und zu Livorno zu kleinen runden Kugeln verarbeitet werden. Von hieraus sollten die Liebhaber der Mineralogie ihre Reise ins Volterranische richten. Im Thal des Flusses Fine werden sie Ueberbleibsel der Aemilischen Heerstraße und einer alten Stadt ad Fines, und in den Volterranischen Gebirgen einen großen Reichthum von schönem Alabaster, von Marmor, Schwefel, Vitriol, Kupfer, Steinkohlen, Salzquellen, mineralischen Bädern, Alaun, nebst vielen Ruinen von alten Schlössern, Kirchen und Dörfern antreffen. An dem Abhange dreyer Berge in der Nachbarschaft von Campiglia, wo die Grafen delle Gherardesca ihre Güter haben, werden die berühmten Marmorarten Brocatello della Gherardesca und Mistio della Gherardesca, und an den dasigen Ströhmen, die sich von den Bergen herabstürzen, Marmorsteine, die dem Verde antico und africano gleichen, auch Jaspis und Calcedonier ausgegraben. Bey Ulignano und Spicchiajuola bricht man quittengelben und Achatähnlichen und andern schönen Alabaster (Alabastro cotognino, agatato) bey dem Dorfe Nera im Monte nero di Volterra schönen schwarzen Marmor, bey Sassa und Monte Ruffoli viel Jaspis und Calcedonier. Die berühmte Scagliuola, welche calcinbirt und in Platten gegossen, zu schwarzen Abdrücken oder auch zu einer Art von Malerey dient, die nur zu Florenz bekannt ist, wird bey Spicchiajuola gebrochen. Bey Querceto sind viele Steinkohlengruben, und bey Libbiano Schwefelhütten. Hier tropft ein säuerliches theils schwärzliches theils röthliches Schwefelwasser in eine morastige Grube, auf dessen Oberfläche der Schwefel anschießt, und in großen Scheiben gesammelt wird.

     Aber der beste Schwefel wird bey Fonte a Bagni gegraben. Es finden sich hier fünfzig gegen 8 Ellen tiefe Schwefelgruben. Die Stufe ist bleyfarbig, gelbstreifig, hart wie Pech, und sehr schwer. Der hieraus geschmolzene und gereinigte Schwefel ist blaß, ob er gleich den Namen Zolfo nero führet. Zu Livorno werden 100 Pfund um 2 Pezze (2½ Rthlr.) verkauft.

     Nicht weit von den Schwefelhütten bey Libbiano findet sich nebst einigen in Abgang gekommenen Vitriolminen, eine Sauerwasserquelle, und ein giftdünstender Platz, welcher mit Zäunen verwahrt ist, damit das Vieh nicht hinzu komme. Gleich giftige Plätze trift man auch in Toskana an, z. B. im Pisanischen unweit Noce, bey der Kirche S. Martino al Bagno antico, wo unter einem Felsen eine schwefeldünstige Höhle ist, in welcher Hühner und andere dergleichen Thiere sterben, sobald sie hinein kommen. Damit wir aber ins Volterranische zurückkehren, so sind hier noch bey Monte Cerboli gewisse Schwefelsümpfe (Lagoni di Monte Cerboli) welche eine solche Hitze haben, daß sie siedendem Oel gleichkommen, sehenswürdig. Die flüchtige Mineralsäure, Schwefel, Alaun, Vitriol und Salz verursachen durch ihre Gährung einen solchen Grad der Hitze, daß das Wasser siedend, und mit einem prasselnden Getöse, mit einem warmen und feuchtenn Dampf gleich einem dicken Nebel, und mit einem empfindlichen Gestank, den man von der Ferne schon spürt, aus der Erde hervorsprudelt. Das Wasser ist aschfärbig, schmierig und so scharf, daß es auf die Zunge brennt, wenn man es versucht. Doch macht der Dampf die Luft nicht ungesund. Er hat die Eigenschaft das Silber kupfergrün, und das Kupfer schwärzlich wie Eisen zu färben. Gleiche Schwefeldämpfe finden sich im Sienesischen Gebiete unweit Massa bey Monterotondo, wo auch viel Alaun gebraben und zubereitet wird. Die Alaunsteine werden im Ofen calcinirt, hernach mit Wasser übergossen, und 40 Tage der Wirkung derselben überlassen. Darauf wird die durchs Wasser aufgelöste Alaunerde in küpfernen Kesseln gesotten; worauf eine Lauge entstehet, welche in eichenen Kübeln zusammenrinnt, In der Gegend, wo bey Monterotondo Alaun gegraben wird, ist in einem Wald eine tiefe Höhle, aus welcher zu gewissen Zeiten ein so gewaltiger Wind bläset, daß er die Aeste der nahen Bäumen abreißt.

      Zwischen Volterra und Ripomorance liefern die Berge viele reiche Salzquellen. Die vornehmsten sind auf der südlichen und westlichen Anhöhe eines Bergs, worauf Scornello, ein dem Volterranischen adelichen Geschichte Inghirami zugehöriges Lustschloß, liegt. Es sind ihrer dreyzehn; es werden ihrer aber nur vier benutzt. Diese sind so salzig, daß sie auf die Zunge brennen, wenn man sie versucht, und bestehen in vier verschiedenen Schöpfbrunnen (Pozzi) deren jeder einen besonderen Namen hat. Der Pozzo S. Giusto giebt auf jeden Centner Wasser 36 Pfund Salz; die übrigen aber geben 32, 30 und noch weniger. Man läßt diese vier verschiedene Quellen in ein allgemeines Behältnis zusammenlaufen, und so vermischt geben 100 Pfund Wasser 32 Pfund sehr feines und weisses Salz. Die Salzpfannen sind von Bley, ein jede 3 Zoll dick, 6 Zoll tief, 6½ Ellen lang, und 3 Ellen breit, und müssen alle 14 Wochen mit einem Zusatz von neuem Bley umgeschmolzen werden. Es sind ihrer acht, und enthalten insgesamt 3000 Pfund Wasser. Man rechnet, das in Zeit von 24 Stunden ungefähr 25800 Pfund Salz darin zubereitet werden. Zwey Pfannen haben einen Ofen, und drey Personen zur Arbeit, und erfordern in Zeit von 24 Stunden, wenn Tag und Nacht gesotten wird, ungefähr 114 Centner Holz. Von diesen Salzwerken wird schon im Jahr 1015. Meldung gethan. Die ehemalige Republik Volterra hatte sie durch Kauf an sich gebracht, sie wurden ihr aber im 15ten Jahrhundert durch den prachtliebenden Lorenzo de Medici mit Gewalt entrissen. Die Florentiner gaben sie 1479. den Volterranern auf ewig in Pacht, mit dem Beding, daß sie jährlich 511192 Centner Salz, welches 18 Monat lang ausgetrocknet wäre, oder noch mehr, wenn es die Noth erfoderte, in das Salzamt nach Florenz lieferten. Das Pfund wird ihnen mit 35/6 Danari (ungefähr einen Heller) bezahlt. Das Salzamt zu Florenz verkaufte es den Bürgern um einen weit höhern Preis. Itzt gehört es unter die Regalien des Fürsten, welcher das Pfund um 3 Sold oder drey Dreyer verkauft. Noch ein viel größerer Vorrath von Salz wird im Sienesischen Gebiete bey Castiglion della Pescaja, und auf der Insel Elba bey Portoferrajo aus dem Meerwasser zubereitet. Die Salzwerke bey Castiglione liefern zwar viel Salz, sind aber nicht so einträglich als die letztern, weil die Zubereitung, die durch das Feuer geschiehet, und die Erhaltung der Maschinen sehr kostbar sind; aber bey Portoferrajo bewürkt die Sonne, was dort durchs Feuer geschiehet. Die Werke sind hier auf zweyerley Art angelegt, alla Paesana und alla Trapanese. Auf die erste Art sind die Gruben, worin das Meerwasser durch die Ausdünstung in Salz verwandelt wird, tiefer und größer, und liefern das Salz in gröbern und größern Stücken. Die zwote Art Gruben sind flächer und mit Steinen bekleidet, und das Salz sammelt sich hier in dünnen Scheiben, ist feiner und reiner.

     Die Flüsse und Seen sind in Toskanan nicht sonderbar fischreich. Dieser Mangel wird aber durch die Seefische reichlich ersetzt. Der Sardellenfang ist von großer Wichtigkeit. Die Sardellen werden hauptsächlich bey den Inseln Giglio, Gorgona und Capraia gefangen. Diese sind nicht nur beßer, als jene, welche an der Toskanischen Küste bey Torra S. Vincenzio gefangen worden (diese haben von einer dort befindlichen üblen Nahrung die Theile um den Hals angefressen), sondern übertreffen auch alle die übrigen des Mittelländischen Meers. Die Spanischen Sardellen, welche stark nach Neapel geführt werden, sind zu klein, und gefallen nicht einem jeden. Die Provenzalen wären besser, wenn man beym Einsalzen keine gewisse rothe Farbe (Zanobita) hinzusetzte, wodurch sich die Sardellen länger erhalten. Die Sicilianischen Sardellen werden mit der Zeit gelb, nehmen einen verdorbenen Oelgeschmack an, und sind nicht gut, Saucen daraus zu bereiten. Bey den Toskanischen Inseln nimmt diese Fischerey den ersten Julius ihren Anfang, und dauert bis zur Hälfte des Augustmonats. Außer dieser Zeit hält sich der Fisch auf dem Grund des Meers auf. Der Fang geschiehet des Nachts entweder bey angezündeten Fackeln, oder bey hellem Mondschein, auch bey Abenddämmerung, oder beym anbrechenden Tag. Das Licht lockt den Fisch hervor. Die Fischer bemerken besonders jene Oerter, wo sie Seemöwen (Gabbiani) fliegen sehen; denn diese Art Vögel fliegen den Sardellen nach.

     Das einsalzen der Sardellen geschiehet auf folgende Weise. Sobald sie gefangen sind, werden sie sogleich im Boot schichtweise in kleine Fäßgen eingesalzen; weil sie bey freyer Luft bald in Fäulniß übergehen. Die Lauge bestehet aus ihrer natürlichen Feuchtigkeit, aus ihrem beygemischten Blut, und aus Salzwasser. Vor dem Einsalzen werden ihnen die Köpfe abgeschnitten. Auf der Insel Capraja, in der Provence, und in Sicilien wird auch das Eingewide herausgenommen. Der Fang ist nicht allezeit ergiebig. In Sicilien ist er weit reicher als bei Toskana; jedoch sind bey der Insel Gorgona nie weniger, als tausend Tonnen gefangen worden. Mehrentheils belief sich hier ehedem der Fang auf 51000 Tonnen. In England gehen jährlich 7 bis 10000 Tonnen. Ehedem hielt eine Tonne Sardellen 60 Pfund, itzt hält sie nur die Hälfte, und wird um 4½ Lire (1 Thlr.), und wenn der Fang sehr schlecht gewesen, um 18 Lire verkauft. Frischer Sardellen gehen 20 bis 22, gesalzener bis 26 auf ein Pfund.

                                                               J***
(Die Fortsetzung folgt.)

NOTEN;
01   Boscowich, Roger Joseph, Mathematiker und Astronom, geb. 1711 zu Ragusa, trat in den Jesuitenorden, bereiste später England, Frankreich, Polen und die Türkei, ward 1764 Prof. in Pavia, ging 1774 nach Paris, später nach Bassano und starb zu Mailand in Wahnsinn verfallen 1787. Er maß einen Meridiangrad im Kirchenstaate, berechnete die Jupiters- und Saturnsbewegungen, vervollkommnete die Theorie über achromatische Fernröhre, schrieb über die Sonnenflecken etc. Gesammtwerke unter dem Titel: »Opera pertinentia ad opticam et astronomiam« 5 Bde. 1785.

Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 623.
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02  heißt Valle d'arno, Valle di chiana &c., das Thal des Flusses Arno, das Chianer Thal, u.s.w.

03  Magazin der Ital. Litterat. I Band, Seite 252.


Afskrevet i Kobberø i Thy den 3. februar 2010.

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