MISCELLANEOUS oder INDEX

Giacomo Leopardi
29. 6. 1798 - 14. 6. 1837
IL PASSERO SOLITARIO
     D'in su la vetta della torre antica
passero solitario, alla campagna
cantando vai finchénon more il giorno;
ed erra l'armonia per questa valle.
5
Primavera d'intorno
brilla nell'aria, e per li campi esulta,
sí ch'a mirarla intenerisce il core.
Odi greggi belar, muggire armenti;
gli altri augelli, contenti, a gara insieme
10
per lo libero ciel fan mille giri,
pur festeggiando il lor tempo migliore:
tu pensoso in disparte il tutto miri;
non compagni, non voli,
non ti cal d'allegria, schivi gli spassi;
15
canti, e così trapassi
dell'anno e di tua vita il più bel fiore.
   
     Oimè, quanto somiglia
al tuo costume il mio! Sollazzo e riso,
della novella età dolce famiglia,
20
e te german di giovinezza, amore,
sospiro acerbo de' provetti giorni,
non curo, io non so come; anzi da loro
quasi fuggo lontano;
quasi romito, e strano
25
al mio loco natío,
passo del viver mia la primavera.
Questo giorno, ch'ormai cede alla sera,
festeggiar si costuma al nostro borgo.
Odi per lo sereno un suon di squilla,
30
odi spesso un tonar di feree canne
che rimbomba lontan di villa in villa.
Tutta vestita a festa
la gioventú del loco
lascia le case, e per le vie si spande;
35
e mira ed è mirata, e in cor' s'allegra.
Io solitario in questa
rimota parte alla campagne uscendo,
ogni diletto e gioco
indugio in altro tempo: e intanto il guardo
40
steso nell'aria aprica
mi fere il Sol che tra lontani monti,
dopo il giorno sereno,
cadendo si dilegua, e par che dica
che la beata gioventú vien meno.
45
     Tu, solingo augellin, venuto a sera
del viver che daranno a te le stelle,
certo del tuo costume
non ti dorrai: ché di natura è frutto
ogni vostra vaghezza.
A me, se di vechiezza
50
la detestata soglia
evitar non impetro,
quando muti questi occhi all'altrui core,
e lor fia vòto il mondo, e il dí futuro
55
del dí presente piú noioso e tetro,
che parrà di tal voglia?
che di quest'anni miei? che di me stesso?
Ahi! pentirommi, e spesso,
59
ma sconsolato, volgerommi indietro.


Blaumerle/Blådrossel/monticola solitarius

 

Josepha von Hoffinger
8. 11. 1820 - 25. 9. 1868
DER EINSAME SPERLING
 
     Herab vom Gipfel jenes alten Thurmes
einsamer Sperling, tönet auf die Flur
dein Singen, bis der Tag sich neigt zur Gränze,
die Harmonieen irren durch das Thal.
5
Es strahlt die Luft, vom Lenze
durchdrungen ganz; er jubelt auf den Fluren,
von seinem Anblick wird das Herz erweicht.
Horch, Schafe blöken und die Herde brüllt;
die Vögel lusterfüllt ziehn um die Wette
10
am freien Himmel tausend Kreise leicht
zur Feier bilden ihrer besten Tage.
Du schaust es an von abgeschiedner Stätte,
verschmähst Geselligkeit
und Flug; Freud und Lustwandeln meidest du,
15
bringst immer singend zu
des Jahrs und deines Lebens Blütezeit.
   
     Ach, deine Sitte gleicht
der meinen ganz! Süß Lächeln, frohen Scherz
der frischen Zeit Genossen, hold und leicht,
20
und du, des Jugendalters Schwester, Liebe,
du herber Seufzer unsrer Lenzestage,
euch acht' ich nicht; ich weiß nicht wie es kommt;
und fern von euch verbannt,
und einsam abgewandt
25
von meiner Heimat Stätte
bring ich den Frühling meines Lebens zu.
Den Tag, der sich schon neigt zur Abendruh,
den feiert man nach unsres Dorfes Sitte;
horch! Glockenklang durchdringt die heitre Luft,
30
und horch, ein heller Ton von Hörnern schallt,
der fern von Haus zu Hause wiederhallt.
Zum Feste ganz geschmückt
verläßt des Dorfes Jugend
die Häuser und zerstreut sich auf den Wegen;
35
Sie sieht und wird gesehen, ist beglückt.
Ich wandle einsam hin
und suche abgelegne, stille Fluren,
Verschiebe Freud' und Lust
auf andre Zeit hinaus; und meine Blicke,
40
die sich zum Himmel heben,
trifft scharf die Sonne, die in fernen Bergen
Nach diesem heitern Tage
Versinkend schwindet. Daß der Jugend Leben,
Das selige, vergeht, scheint ihre Klage.
   
45
     Einsamer Vogel, wenn der Abend kommt
vom Leben, das die Sterne dir verleihen,
wirst du gewiß nicht trauern
ob deiner Art; denn Frucht ja der Natur
sind alle eure Freuden.
50
Mir, wenn ich nicht vermeiden
des Alters Schwelle soll,
die stets ich ängstlich scheute,
wenn stumm für Andrer Herzen ist dies Auge,
ihm selber leer die Welt, und kummervoll
55
das Morgen mehr sich zeigt noch als das Heute,
wie wird mir solch ein Streben,
wie meine Jugend, wie werd' ich mir scheinen?
Ich werde reuig weinen
und trostlos oft zurück sehn auf mein Leben.

K. 10. 07. 2008

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