INDEX oder MISCELLANEOUS

 

T. M. 2. Vierteljahr 1775. (Abschrift ohne ortographische Änderungen)
 
C. J. Jagemann:
Briefe
über Italien.
 
Dritter Brief.
Vom Nahrungszustande in Italien.
 

(Seite 230) Weil ich Ihnen, bester Freund, versprochen habe, Sie mit Italien bekannt zu machen, so hätte ich Ihnen vor allen Dingen die Mittel und Wege, wie die Einwohner sich nähren, beschreiben sollen. Die Nahrungsmittel haben eine gar zu genaue Verbindung mit der Bevölkerung, mit den Gesetzen, Sitten, Gebräuchen und Denkungsart eines Landes, als daß man sich von diesen einen richtigen Begriff machen könne, ohne eine vollkommene Kenntniß von jenen erlangt su haben. Sie werden mich aber damit entschuldigen, daß ich mir gleich zu Anfang vorausbedungen habe, die Sachen so, wie sie mir in die Feder fließen, ohne alle Zwang vorzubringen. (231) Jedoch da ich willens bin, in meinem vierten Briefe die Bevölkerung Italiens zu beschreiben, so zwinget mich die Sache selbst, den wahren Reichthum dieses Landes, und die Wege, wodurch ein jeder Einwohner sich desselben theilhaftig macht, das ist, den Nahrungsstand vorher zu schildern. Denn kein lebendes Geschöpfe hält sich irgend in einem Lande auf, wo es seine hinreichende Nahrung nicht findet; und die Vermehrung einer jeden Gattung stehet allezeit mit den Mitteln sich zu erhalten, in sehr engem Verhältniß.

     Unter dem wahren Reichtum eines Staates verstehe ich das Produkt eigener Landesgüter, und der darauf beruhenden Künste und Gewerbschaft, welches einer demselben angemessenen Anzahl von Menschen nicht nur wirklich den gemächlichen Unterhalt giebt, sondern Sie auch vor allen besorglichen Nothfällen und Bedürfnissen schützen kann. Nach dieser Erklärung ist die kleine Republik Lucca an sich selbst reicher als die Provinz Holland, weil die Reichthümer der Holländer allda nicht zu Hause sind. In diesem Verstande läßt sich behaupten, daß Italien eins der reichsten Länder des Erdbodens sey. Das Klima, die Lage des Landes, die natürliche Fruchtbarkeit an allen zur Nothdurft und Wollust erfoderlichen Dingen, sind hier eine unerschöpfliche Quelle wahrer und dauerhafter Reichthümer. (232)

     Italien liegt, wie Ihnen bekannt ist, zwischen dem 36 und 47 Grade der Breite, in der Mitte der temperirten Zone, unter einem Himmelsstriche, wo in allen Theilen der Welt die fruchtbarsten Länder liegen. Gegen Norden wird der obere Theil durch eine lange Kette von unersteiglichen Alpen, und der übrige Theil durch den Apennin vor dem rauhen und verderblichen Nordwinde geschützt. Daß dieses ein wahrer Vortheil zur Annehmlichkeit und Fruchtbarkeit des Landes sey, das kann ich aus der Erfahrung beweisen. Vor 200 Jahren, da das Pistojesische Gebürge gegen Norden mit dicken Waldungen bedeckt war, herrschte ein so großer Reichtum natürlicher Güter in dem dazwischen gelegenen, 30 welsche Meilen langen, und 8 Meilen breiten Thal, daß es 40000 Menschen ernährte, und das goldene Gebürge genannt wurde. Nachdem man aber durch Unvorsichtigkeit die Spitzen des Gebürges ihrer Buch- Tannen und Eichenwälder entblößt, und das Thal den Nordwinden ausgesetzt hat, so kann es nun kaum 9000 Menschen hinreichende Nahrung geben. Auch hat man überhaupt in Italien von langer Zeit her bemerket, daß die Kälte des Winters nach Maaße der zunehmenden Entblößung und Erniedrigung der Berge immermehr zunehme. Denn weil die obern Spitzen der Berge nicht mehr mit Gehölze bedeckt sind, so werden Erde und Steine, die nicht mehr durch die vielfältigen Wurzeln der Bäume (233) und Pflanzen aufgehalten werden, vom zerschmolzenen Schnee und heftigen Regenwasser in die Thäler herabgerissen, wodurch diese nicht nur immermehr erhöhet, und die Berge erniedriget werden, sondern auch das Land der kalten Nordluft mehr ausgesetzt wird. Man kann also nicht daran zweifeln, daß die Alpen und der Apennin sehr vieles zur natürlichen Fruchtbarkeit in Italien beytragen, besonders in Ansehung der edleren Früchte, so die Kälte nicht vertragen können.

     Nachdem sich der Apennin unter der Lombardie von Westen gegen Osten fast bis ans adriatische Meer erstreckt hat, so läuft er von Norden gegen Süden, dem Rückgrate eines Menschen ähnlich, mitten durch Italien. In Ober-Italien entstehen West- und Nordwärts aus den Alpen, und Südwärts aus dem Apennin viele ansehnliche Flüße, welche die ganze Lombardie um die Wette bewässern, und durch die mitgeführten mineralischen Salze das Erdreich so fruchtbar machen, daß es ohne Düngung und mit mittelmäßiger Bearbeitung die schönsten Früchte von allerhand Art hervorbringt. Die nemliche fruchtbringende Bewässerung empfängt der übrige Theil Italiens von den Flüssen und Bächen, die von Nord, Ost und Westen aus dem Apennin entspringen. Daher fehlt es auch in dem größten Theile Italiens nicht an schiffbaren Flüssen und Kanälen, wodurch die innere Gewerbschaft befördert wird. (234)

     Ob nun gleich auf dem größten Theile der Alpen und des Apennins die Holzungen äußerst vernachläßigt worden sind, so finden sich dennoch so viele beträchtliche Waldungen theils auf den niedrigen Hügeln, theils längst dem Meere besonders auf der westlichen Seite, daß das Vorgeben eines gewissen Reiseschreibers, Italien fehle es an Holze, allerdings ungegründet ist. Der ganze Strich Landes, der sich vom genuesischen Gebiete bis jenseits der Paludi pontine längst dem Meere hin erstreckt, ist fast ganz mit dicken Waldungen bedeckt; und der übrigen etwas höhern westlichen Küste fehlet es ebenfalls nicht an Gehölze. Mitten im Lande finden sich überall Ketten von Hügeln, die mit Kastanien- und Stein-Eichen-Wäldern prangen. In Umbrien, Abruzzo giebt es die schönsten Waldungen, und in der Mitte Apuliens, besonders in der Gegend von Minervino, finden sich so beträchtliche Eichenwälder, daß die Schweinmast eines der ansehnlichsten Produkten des Landes ausmacht. Das Gebürge, welches Piemont und Savoyen umgiebt, und durchkreuzet, besonders die sogenannte Collina, welche bey Turin anfängt, und längst dem Po sich bey 50 welsche Meilen weit erstreckt, und Monte-Brianza im Mailändischen, gleichwie auch die Hügel bey Bergamo, Brescia, Verona und Padua, sind mit dem schönsten Gehölze bedeckt; und welcher Reisende hat wohl nicht die großen Waldungen zwischen (235) Bononien und Florenz bewundert. Wer kann läugnen, daß nur allein das Holz, welches von den Bäumen gefällt wird, womit die Weinstöcke unterstützt sind, hinlänglich wäre, halb Italien vor der Kälte des Winters zu schützen?

     Die unzähligen Hügel, welche von den großen Gebürgen durch alle Provinzen laufen, bringen den Einwohnern eine unbeschreibliche Mannichfaltigkeit von natürlichen Gütern. Neben den einträglichen Waldungen auf den obern Anhöhen, welche das schönste Holz zum Schiffbau liefern, neben dem köstlichen Wildpret, und dem wichtigen Produkt der Kastanien, wovon in Toscana ein Drittel Menschen lebt, sind die niedrigen Anhöhen mit Oelbäumen, Weinreben, Maulbeerbäumen, nützlichen Kräutern und Pflanzen, und mit zahlreichen Viehheerden bereichert.

     Es ist auch nicht zu zweifeln, daß ein reicher Vorrath von Mineralien und Metallen in den Gebürgen und Hügeln Welschlandes gefunden werde. Der Reichthum von Marmor allerhand Art, und von andern brauchbaren Steinen, wodurch das Holz erspart wird, ist bekannt. Der vortrefliche Marmor von Massa, Carrara, der Insul Elba, der Grafschaft Gherardesca, und sehr vieler anderen Gegenden, und die marmorne Werke der Bildhauerkunst ziehen viel (236) Geld aus fremden Ländern in Italien. Im päbstlichen Staate und in Toskana wird sehr viel Alaun gegraben und verfertiget, und fast in allen Provinzen wird theils aus Saltzquellen, theils aus dem Meerwasser hinreichendes Salz zubereitet. In Toskana ist es die Quelle sehr ansehnlicher Einkünfte. In verschiedenen Gegenden werden theils noch wirklich gute Erze gegraben, theils finden sich alda Spuren von Kupfer- Silber- und Gold-Gruben. Auf der Insul Elba, in der Gegend von Brescia, und anderswo im Venetianischen sind reiche Eisen-Gruben, die wirklich mit großem Vortheil bearbeitet werden. Die Bischöffe von Volterra, und die Pistojeser haben in den mittlern Zeiten silberne und goldene Münzen aus ihren eigenen Metallen geschlagen. Der Großherzog von Toskana ließ vor 4 Jahren durch ungarische Bergleute eine Kupfermine öfnen, die eine ziemliche Ausbeute und große Hofnung zu einem viel größern Gewinn gab. Allein, gleich wie moralische Ursachen die Austrocknung und Verbesserung der Maremma in Toskana, und der Paludi pontine im Päbstlichen zeithero verhindert haben, so sind die auch der Grund, warum in Italien die Bergwerke entweder gar nicht, oder nicht gehörig betrieben werden. Es fehlt den Italiänern an hinlänglicher Wissenschaft, und sie misgönnen dem Fürsten und den fremden Arbeitern den Gewinn, den sie etwa davon haben könnten. Gewiß ist es, daß (237) in Toskana das Kupferbergwerk ins Stecken gerieth, weil man sowohl den fremden Bergleuten, als dem Fürsten den Gewinn beneidete. Die Edelleute, welche noch immer mit republikanischen Stolze die Oberherrschaft und überlegene Macht des Großherzogs eingeschränkt und geschwächt wissen möchten, sahen dieses Bergwerk als eine Quelle neuer Reichthümer für den Fürsten an, und weil sie mit am Ruder sitzen, so gaben sie den Verläumdungen misgünstiger Menschen Gehör, und wußten die Handlungen und Arbeit der fremden Bergleute auf einer so verhaßten und nachtheiligen Seite dem Großherzogs vorzustellen, daß er in den ersten 2 Jahren ihrer und des Bergwerks überdrüßig wurde. Eben solche Ränke sind vor 3 Jahren in Betreff einer neuen Färberey, und unter dem hochseligen Kaiser Franz, in Ansehung einer teutschen und lothringischen Colonie in der Maremma, gespielt worden. Es ist unglaublich, wie schwer es sey, daß ein Fürst bey erster Einführung neuer Künste oder anderer vortheilhaften Anstalten, die er durch Fremde aufrichten will, nicht durch nachtheilige Vorstellungen ermüdet oder abgeschreckt werde. Weil in den ersten Jahren der Vorschuß und die Ausgaben meistens größer sind, als der Gewinn, so ist es sehr leicht, falschen Vorstellungen den Schein der Wahrheit zu geben. (238)

     Was den Ackerbau auf dem ebenen Lande betrift, so sind wenige Gegenden in Italien, wo solcher nicht fleißig getrieben würde. In Piemont, in der ganzen Lombardie, in Toskana und im Königreiche Neapel ist kein Handbreiter Raum von urbarer Erde, der nicht angebauet wäre. Das nemliche kann ich behaupten, vom Bononischen Gebiete, von Romagna, vom Herzogthum Urbino, von der Marca d'Ancona, von Umbrien, von den Herzogthümern Castro und Orvieto. Nur im Patrimonio di S. Pietro, in Campagna di Roma, und Sabina finden sich einige schlecht angebauete Gegenden. Nicht die so verschriene Trägheit des Landvolks; nicht das Monopolium, welches sonst die päbstliche Kammer mit dem Getreide führte, sind Schuld daran, sondern der Mangel an Bauern. Dieser entstehet theils aus dem überall eingerißenen Uebel, daß die Herrshaften zu Rom ihre Bedienten vom Lande nehmen, theils von der ungesunden Luft der Paludi Pontine, und größtentheils daher, weil die Viehweide, welche weniger Leute erfodert, in diesen Gegenden mehr als der Ackerbau einträgt, und ohne diesen bestehen kann. Denn es ist unglaublich, was für eine Menge Ochsen, junge Rinder, Kälber, Hämmel, Schweine und Feder-Vieh aus diesen Gegenden nach Rom verkauft wird. Winter und Sommer findet das Vieh in der grasreichen Nachbarschaft des (239) Meers und auf den bergichten Grenzen von Abruzzo seinen Unterhalt.

     Daß Italien, eine Provinz ins andere gerechnet, ordentlicher weise so viel Getreide hervorbringe, als die Einwohner nöthig haben, davon bin ich allerdings überzeugt. In der Hungersnoth von 1766 war wirklich so viel vorräthig, als hinreichend war, die Einwohner zu nähren; die Besitzer liegender Güter hielten den Vorrath zurück theils für ihre Bauern und eigene Familien, theils um den höchsten Grad der Theurung zu erwarten. Die Hungersnoth war nur unter den armen Bürgern, unter den Bauern armer Besitzer, und größtentheils unter den Miethlingen und Handlangern auf dem Lande. Diese kamen Haufenweise in die Städte, und erfüllten die Straßen und Hospitäler. So bald aber die Fürsten mit großen Unkosten fremdes Korn verschaft hatten, sah man mit Verwunderung alle Marktplätze mit einheimischem Korn angefüllt. Es war nicht nur kein Mangel mehr zu verspüren, sondern das fremde Korn blieb zum größten Schaden der Fürsten großentheils liegen. In Toskana gieng man so weit, daß das fremde Korn als vermodert und ungesund ausgeschrien wurde, damit es keinen Käufer fände. Hätte damals der Großherzog dem Beyspiel Ferdinands aus dem Hause Medici nachgefolgt, so würde er nicht benöthigt gewesen seyn, eine halbe Million Scudi von (240) den Genuesern zu borgen, und einen so großen Verlust an dem dafür gekauften Korn zu leiden. In einer viel größern Hungers-Noth, als die von 1766 war, erschöpfte Ferdinand erstlich seinen eigenen Vorrath zum besten seiner Unterthanen, und darauf befahl er dem Adel ein gleiches zu thun. Ein jeder schützte vor, keinen übrigen Vorrath an Korn zu haben. Alsdann ergrif der Großherzog dasjenige Mittel, welches in solchen Zufällen das sicherste und schleunigste war, einem großen Theile seiner Unterthanen das Leben zu retten. Auf das erste beste Landgut schickte er einen abgeordneten Richter, mit einem unbekannten Henker und einigen verkleideten Schergen begleitet, den Kornboden zu besuchen; und da man einen reichen Vorrath von Getreide entdeckte, der beim ersten Anfragen verläugnet worden war, so wurde der Faktor ohne alle Umstände über die Hausthüre aufgeknüpft. Man hatte nicht nöthig, zu einem andern Landgute fortzuschreiten. Der Ruf dieser so strengen Gerechtigkeit verbreitete sich in wenig Stunden durchs ganze Land. Die Fattori der Besitzer eilten Haufenweise mit ihrem vorräthigen Getreide in die Städte, und erfüllten damit die Marktplätze. Ich selbst habe dem Jahre 1766 auf den Landgütern zweyer Edelleute einen Vorrath von Oel und Weitzen gesehen, der hinreichend war, sie und ihre Bauern wohl 2 Jahre zu nähren. Nichts destoweniger würde in keinem Lande, besonders im (241) Päbstlichen, Neapolitanischen, und in Toskana einiger Mangel gewesen seyn, wofern durch Unvorsichtigkeit der Regierung die öffentlichen Korn-Magazine nicht zum voraus ausgeleert worden wären.

     Es hatte sich damals der Fall ereignet, der unter die seltensten gerechnet werden muß, daß zu gleicher Zeit in allen Ländern am mittelländischen Meer das Getreide nicht gerathen war. Sonst ist es wegen der vielen Häfen und Bayen, wo fast beständig mit Korn und allerhand Getreide beladene Schiffe anländen, fast unmöglich, in eine solche Verlegenheit zu gerathen. Daher kommt es, daß der König beyder Sicilien und der Pabst zulassen, daß aus den öffentlichen Magazinen fast jährlich eine große Menge Getreide an Fremde verkauft wird, und daß in Toskana die öffentliche Magazine ganz eingegangen sind, und der freye Kornhandel zugelassen ist. Der weise Graf Richecourt, der vor dem Marechal Botta Gouverneur in Toskana war, wurde durch Erfahrung gewahr, daß man sich auf den Hafen Livorno verlassen könnte. Durch Nachläßigkeit und Untreue der Oberaufseher waren einsmals ohne sein Wissen die Kornmagazine so ausgeleert, daß der Vorrath nicht hinreichend gewesen wäre, nur acht Tage die Einwohner der Stadt Florenz mit Brod zu versehen. Damit das Gerüchte dieser bevorstehenden Noth nicht unter das Volk verbreitet, und sein vortheilhaftes (242) Vorhaben nicht vereitelt würde, ließ er die Magazine verschließen, und alle diejenigen, denen die Sache bewußt seyn konnte, in einer Nacht in die Festung führen. Zu gleicher Zeit schickte er einige vertraute Männer nach Livorno, mit dem Befehl, den fremden Kornhändlern einige tausend Malter Getreide zum Verkaufe um einen theuren Preis anzubieten. Da nun diesen den theuren Preis verlachten, und vorgaben, sie würden ihnen um ein Drittel wohlfeiler das ihrige verkaufen, so machten sie augenblicklich den Accord mit ihnen, und in Zeit von 8 Tagen füllten sie die Magazine zu Florenz mit Korn und Weitzen an. Dieser Zufall belehrte die Toskaner, daß wo Hafen sind, man keine Kornmagazine nöthig habe, und gab dem Marechal Botta Muth, die zu öffentlichen Magazinen bestimmten Kapitalien nach Wien zu schicken, und dieselben eingehen zu lassen.

     Weil der Italiänische Weitzen, das türkische Korn und die Bohnen von vorzüglicher Güte sind, so werden diese Arten von Früchten von fremden Nationen sehr gesucht und theuer bezahlt. Es kann auch von den Italiänern eine große Menge davon verkauft werden, weil der größte Theil der Bauern vom Buchweitzen (bléd noïr), von Kastanien und türkischem Korn lebet. (243)

     Rechnet man nun noch den Ertrag der mannichfaltigen Arten von Wein, des köstlichen Baumöls, der vortreflichen Citronen und Pomeranzen, der trockenen Feigen, welche aus ganz Italien in fremde Provinzen verkauft werden, den Seidenbau, der in Piemont 6 Millionen Scudi, und in Toskana 2 Millionen einträgt, den häufigen Hanf und Toback im päbstlichen Staate, die Menge Reis in der Lombardie, die sehr einträglichen Stuttereyen im Neapolitanischen, in Piemont, und in der Maremma, die große Menge Hornviehes, besonders Büffelochsen, längst dem Meere auf der Ost- und Westseite, die köstlichen Käse in der Lombardie, den Thunn-Fisch- und Sardellenfang im toskanischen Meere etc. so muß man über die Mannichfaltigkeit der natürlichen Güter Italiens erstaunen.

Die Fortsetzung folgt.

 

Kobberø i Thy, den 24. oktober 2008.

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